Von der Klarheit des Gotteswortes.
Ehe wir beginnen, von der Klarheit des Gottes-wortes zn reden, wollen wir znm Vorans verhindern,daß die Feinde seiner Klarheit hernach ans Widerredenund sprechen: Wie klar ist es denn? Warum redetGott dnrch Gleichnisse und Räthscl, wenn er will, daßsein Wort verstanden werde? Antwort: Zum Erstenvernimm, daß ich dir nicht darum Antwort zn geben michunterstehe, weil ich meinte, deine frevelhafte Frage müßtebeantwortet werden, oder daß die göttlichen Rathschlägcder Verantwortung bedürfen, oder daß ein Mensch dieUrsache aller Thaten Gottes zn wissen vermöchte; son-dern, so viel ich mit klaren und gewissen Schriftstellenvermag, will ich dir an diesem Orte deinen Mund ver-schließen, damit du lernest, nicht Gott lästern sl.Nm.l,19, 20). Daß Gott von Anbeginn her, und auch jetztin den letzten Zeiten, zumeist durch Jesnm Christum durchGleichnisse verkündigen ließ, ist ein Zeichen, daß Gottseine Meinung den Menschen in lieblicher, süßer Weisekund thun wollte; denn waö in Gleichnissen, Sprich-wörtern und Räthseln vorgetragen wird, hat die Natur,daß es den Verstand des Menschen lüstern macht undreizet zu erfahren, ja denselben trefflich stärket (SiracbXXXIX 3): „Der weise Mensch wird kennen lernen