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Gnade Gottes über dich an, daß er dir seinen Geistund Sinn verleihe, damit du nicht deine, sondern seineMeinung in dir auffassest. Und habe dann ein festesVertrauen, daß er dich das rechte Verständniß lehre;denn alle Weisheit ist ja von Gott dem Herrn. Hier-auf gehe zu der Schrift des Evangelist Hier sträubensie sich wieder, und haben keinen Glauben, daß, wennsie schon Gott anrufen, er ihnen ein anderes Verständ-niß, d. i. sein Verständniß verleihe, sondern sie haltenso viel auf ihrem eigenen, menschlichen Verständnisse,daß sie gewiß zu sein und keiner weiteren Erleuchtungzu bedürfen glauben. Höret jetzt, wie unrecht sie fah-ren! Ihr müsset Theodidasti sein, d. h. von Gottund nicht von Menschen belehrt werden, das hat dieWahrheit selbst geredet fJoh L. 45), und diese kannnicht lügen. Ihr habet den rechten Glanben nicht, wennihr nicht so fest glaubet, daß ihr allen menschlichen Tandverlasset und euch allein von Gott belebrcn lasset. Dasist nicht etwa bloß meine Meinung, sondern der heiligeHilarius 22) ist der gleichen Ansicht. Doch wir bedür-fen auch seiner nicht. Christus, Petrus, Paulus undJohannes sind auch dieser Ansicht und sie genügen uns.Hier falle denn hin alle menschliche Spitzfindigkeit, zuder uns die Philosophen durch die lüecstoAia scRolastieaanleiten wollen; denn diese ist nichts anderes, als einemenschlich erdachte Lehre; und wenn Jemand sich ein-mal durch dieselbe sich hat überwältigen lassen, so ver-meint er, die himmlische Lehre solle nach der gewissenLehre, die er von Menschen hat, gerichtet und gedrehtwerden. Das erfährt man aus der Rede, die sie füh-