56
„Varcr, der im Himmel ist.« Vernimm also, wenn duihn suchst, findest, fest haltest, so bist du vom Vatergezogen, sonst hättest du nicht zu ihm kommen können.
Daß ich mich mit dieser Beweisführung so langebeschäftige, hat den Grund: Es sprechen die Beschir-mer der menschlichen Lehre: es ist wahr, man soll dieevangelische Lehre, die von Gott eingegeben und gelehrtist, über alle menschliche Lehre achten sso weit sind sie,Gott sei gedankt, gekommen),- aber wir verstehen dasEvangelium ungleich. Wenn nun ein Streit ist zwischendeinem Verständnisse und dem mcinigen ssagen sie), somuß doch einer sein, der zwischen uns entscheide undden Irrenden unter uns zum Schweigen bringe. Die-ses thun sie aber alles, um das Verständniß des Wor-tes Gottes dem menschlichen Urthcile zu unterwerfen,damit ein Jeder, der das Evangelium prediget, vonEajaphas und Hannas gemartert und herumgeführt wer-den könne. Ganz im Gegensätze gegen die AnforderungPauli, daß alles Verständniß, alle Gedanken und Em-pfindungen in den Willen und in den Dienst Gottes ge-fangen genommen werden sollen, wollen sie die Mei-nung Gottes in der Menschen Urtheil gefangen ncbmen.Nun vernehmet hier meine Antwort. Zum Ersten mußtdu unter Evangelium nicht allein die Evangelien, welcheMattbäus, Markus, Lukas und Johannes geschriebenhaben, verstehen, sondern, wie vorher gesagt, alles,was Gott den Menschen kund gcthan hat, was er siegelehrt und sie seines Willens versichert. Wie Gottnun ein einiger ist, so weht auch durch sein Wort einGeist der Einheit und nicht der Zwietracht, daraus man