Druckschrift 
1 (1843) Das Wort Gottes
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

und sein Wort. Oder glaubst dn nicht, daß derEtwas habe? Wer also gesinnet ist, dem wird gege-ben. Der aber nichts hat, d. i. der seinen Sing undFürwitz festhält und die Schrift nach demselben drebtund zwingt, meinst du, daß der Etwas habe? Keines-wegs! dem wird sein Sinn und Vcrständniß genommen,daö er zu haben glaubt, also, daß, wie Sap. II. 21 f.geschrieben steht, seine Bosheit ihn verblendet, daß ernicht annimmt die Dinge, die des Geistes Gottes sind.O fromme Christen! wie fern glaubet ihr wohl, daß eingroßer Theil von uns von der Ungnade Gottes sei?Wir sehen die große Schamlosigkeit der Sünde, wieüberall nur Selbstsucht und Gewaltthat herrscht, undalle Gerechtigkeit nur Gleißnerei ist und eine Sucht,den Menschen zu gefallen. Wenn man nnS aber umdieser Missethatcn willen mit der evangelischen Lehre,d. st. mit dem Worte Gottes bestraft oder zurecht wei-sen und bessern will, wollen wir es nicht hören; wirverschließen davor die Ohren, und verwerfen so oft undso lange dasjenige, was von Gott zu unserem Bestenuns zugeschickt wird, bis die Strafe auch folgen wird.2. Chron. XXXVI. 15-20 findest du, daß Gott dieKinder Israels auch oft gemahnt, und weil sie sich nichtbesserten, ließ er sie zuletzt gefänglich aus dem Landeführen. So sandte der Herr, ihrer Väter Gott, seineBoten, sie früh und täglich zu ermahnen; denn er schonteseines Volkes und der heiligen Stadt. Aber sie verlach-ten und verspotteten die Boten Gottes, und verachtetensein Wort, und äfften seine Propheten so lange, bisder Grimm des Herrn über sein Volk wuchs und keine

f -