VII
geö, resormatorisches Eingreifen beunruhigten Gcmü-thcr los und suchte sein Andenken zu schänden, nnd dieAufregung über ihn war so groß, daß selbst seine auf-richtigsten Freunde nur schüchtern für ihn aufzutretenwagten, weil, wie Bnllinger sagt, „der unglücklicheAusgang Alles in ein falsches Licht gestellt hatte."Wenn man auch den Glanz seines Namens für einigeZeit zu verdunkeln vermochte, so konnte die Sache, fürdie er gekämpft, weil sie aus Gott war, doch nichtunterdrückt werden. Aber auch die nächste Enlwicke-lung der reformirt - protestantischen Kirche war nichtgünstig für die Verbreitung seiner Schriften und fürdie Belebung seines Andenkens. Die mehr sinnlich-mystische Richtung eines Luthers und Calvins war ei-nem Zeitalter, das den neu erwachten Geist in Glau-bens- nnd Lchrformen fassen wollte, angemessener, alsdie rein geistige Auffassung der christlichen Rcligions-wahrheiten eines Zwingst. Als nach dreihundcrtjähri-gem Todcsschlnmmcr der Allmächtige, wie er einst sei-nen Sohn nach dreitägigem Todcsschlafe aus dem Grabeerweckte, auch das Andenken an dessen Lehre, die nichtrodter Buchstabe, sondern Geist und Leben ist,durch große Ereignisse und Leiden, die er über die eu-ropäische Christenheit herführte, im Bewußtsein desVolkes belebte: da wurde auch das Gcdächtniß derjeni-gen Männer, welche für das reine Evangelium gegen