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1 (1862) Die Mark Brandenburg : Stadt Brandenburg, die Altmark
Entstehung
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Resultat.

Auf Grund der oben mitgetheilten urkundlichen Zeugnisseist die Klosterkirche St. Katharina von ca. 14661470 erbautworden.

VI. Klosterkirche St. Anna.

Historisches.

Diese, den Tertiarerinnen (Nonnen des Franziskaner-Ordens)gehörende Kirche ist nach der Mitte des XV. Jahrh. gegrün-det worden, doch ist das Gründungsjahr urkundlich nicht über-liefert. Nach Lenz Stiftshistorie von Havelberg S. 52 soll dieKirche auf Befehl des P. Calixt II. 1461 vom Bischof Wedegovon Halberstadt eingeweiht worden sein. Die erste urkundlicheErwähnung findet sich 1464, der Name als Klosterkirche St. Annaerscheint erst 1502 '). Nach längeren Streitigkeiten mit dem Dom-kapitel zu Stendal empfing der Nonnenkonvent 1514 das Recht,seinen Gottesdienst öffentlich zu halten und ein Glockenthiirm-chen mit Glocke auf der Kapelle anbringen zu lassen. Gleichdarauf, 1516 befreite P. Leo X das Kloster von allen Beschrän-kungen, die das Domstift ihm auferlegt hatte * 2 ). Der JungfrauenKonvent überdauerte die Reformation und wurde erst 1700 auf-gehoben. Jetzt dient die Kirche der katholischen Gemeinde alsGotteshaus.

Baubeschreibung.

Die sehr kleine, kapellenartige Kirche besteht aus einemeinschiffigen Langhause mit polygon geschlossenem Chore undist durch mannigfache Anbauten entstellt, auch niemals vollen-det worden. Nur der halbachteckige Chor mit nach innen ge-legten Strebepfeilern und die beiden östlichen Joche mit äufse-ren Strebepfeilern sind mit Kreuzgewölben auf birnenförmigenRippen überdeckt, die Westhälfte der Kirche aber, in der sicheine auf Kreuzgewölben ruhende Nonnen - Empore befindet,mit einer Bretterdecke, die mit Deckleisten versehen undmit spätgothischen Ornamenten bemalt ist, geschlossen wor-den. An der Südseite sind kleine Nebenkapellen zwischenden Strebepfeilern wie am Dom, St. Maria und Katharina an-gebaut worden, an der Nordseite hat das Gleiche, aber inzwei Geschossen, stattgefunden, so dafs die gewonnenen Räumezur Vergröfserung der Nonnen-Empore gedient haben. Ueberallerscheint ein an sehr beschränkte Mittel gebundener Bedürfnifs-bau, der im Schiffe Vorbilder von Stendal wiederholt und im Choreeine Kopie des Chores der Pfarrkirche St. Stephan zu Tanger-münde ist. Der Chor besitzt sehr breite, flachspitzbogige drei-theilige Fenster, deren Profilirung aus gehäuften Rundstäbchenhergestellt ist. An den Ausbauten der Nordseite erscheinentheils rund-, theils flachbogige Fenster. Von den sparsam vor-handenen Detailformen erwecken nur die aufgefundenen Zie-

^ gelstempel, welche der Holz-ig) schnitt darstellt, einiges In-teresse.

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Resultat.

Der Schiffskörper kann im J. 1461 eingeweiht sein, wofüraufser der oben mitgetheilten Angabe noch das Vorkommen die-ser in einem Bogenformsteine der Südseite eingegrabenen Jahres-zahl spricht. Der Bau des Chores scheint etwas später und wirddem Schlüsse des XV. Jahrh. angehören.

gerichtete Franziskaner Kirche ist leider nicht mehr vorhan-den '). Nur ein Gebäude des Klosters steht noch wohl erhal-i ten und wird jetzt als Krankenhaus benutzt. Es ist ein oblon-! ger zweigeschossiger Backsteinbau mit zwei Giebeln und überallmit Strebepfeilern besetzt. Im obern Geschosse sind breite drei-theilige profilirte Spitzbogenfenster, im untern grofse, wahrschein-i lieh zum Kreuzgange gehörige Maueröffnungen vorhanden. Derganze Bau, tüchtig und solid konstruirt, wird nach dem Charakterder Kunstformen zu urtheilen nach der Mitte des XIV. Jahrh.ij erbaut sein, erweckt aber sonst kein besonderes Interesse,i!

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VIII. Kleine kirchliche Bauwerke.

1 Der gröfste Tlieil von Hospitals-, Friedhofs- oder Feldka-: pellen ist in den beiden letzten Jahrhunderten zu Grunde gegan-

j gen. Dahin gehören die Kapelle St. Georg, 1315 erwähnt undnoch im vorigen Jahrhundert mit fein getäfelter Holzdecke von1586 vorhanden gewesen 2 ); St. Elisabeth, 1488 genannt und!j 1680 abgebrochen; St. Maria, 1314 vorhanden; St. Crucis, zurSaatweihe benutzt und 1507 in einem Kardinalsablasse empfoh-len; St. Spiritus major, 1268 bereits von Steinen erbaut und1687 durch Brand untergegangen, endlich die höchst interes-sante St. Johanneskapelle, welche nach Beckmanns Beschrei-bung ein gewölbter, aus Backsteinen errichteter Rundbau war,auf dessen vier starken Mittelpfeilern die bleigedeckte Spitzeruhte 3 ).

Von dem urkundlich 1369 durch einen Geistlichen Heinrichj von Pasewalk gegründeten Hospital St. Spiritus minor, womitein kleines Oratorium verbunden war 4 )? hat sich ein einfacher,oblonger Backsteinbau in der Judengasse erhalten. Derselbe istan der Strafsenseite mit einer fortlaufenden Reihe von Spitzbo-;j genblenden ausgestattet, während auf dem Hofe Flachbogen-Fen-ster und Flachbogenblenden erscheinen. Die daran vorhande-nen, ganz einfachen Kunstformen lassen mit Sicherheit einenBau des XIV. Jahrh. erkennen.

Der einzige erhaltene, aber auch im traurigsten Verfalle be-findliche kleinere kirchliche Bau ist die St. Gertruds Kapelleij vor dem Uenglinger Thore. Das daneben belegene Hospital ist1370 durch Claus von Bismark als Pilgerherberge von Neuem|j gestiftet worden 5 ). Die dazu gehörige Kapelle soll der Tradi-j! tion zufolge von einer nach dem heiligen Blute zu Wilsnackij wallfahrenden Königin von England aus Dankbarkeit für gast-j liehe Aufnahme begründet worden sein, doch dieser Annahmewidersprechen die Bauformen, welche entschieden älter sind alsi vom Schlüsse des XIV. Jahrh., wo zuerst die Wallfahrten nachWilsnack in Gang kamen. Im Gegentheil scheint das 1370 gegrün-:i dete Hospitalsgebäude an eine bereits stehende, ältere St. Ger-truds-Kapelle angelehnt worden zu sein. Das jetzt ganz ver-l baute Schiff ist mit einer Balkendecke versehen, dagegen dersehr kleine, halbachteckig geschlossene Chor mit einem Kreuz-und einem halben Polygongewölbe bedeckt. Die Gewölbe aufkräftigen Birnenrippen mit Sandsteinkonsolen ruhend, zeigen treff-liche Technik und besitzen noch Fragmente von Fresko-Bildern.

1 Drei schlanke Spitzbogenfenster mit abgestuften Profilen undgut gegliedertem zweitheiligem Maafswerke aus Sandstein, erleuch-ten die Kapelle, welche nach aufsen mit einfach strengen Stre-I bepfeilern (sehr ähnlich denen am Chore zu Chorin) besetzt ist.

! Der kleine Bau entstammt sicher der Mitte des XIV. Jahrh. undverdiente wegen seiner einfachen, doch künstlerischen Haltungeine schützende Restauration.

VII. Franziskaner Klosterkirche.

Die wahrscheinlich im J. 1267 in altgothischen Formen er-baute, 1523 durch Brand beschädigte und 1541 zur Schule ein-

) Riedel a. a. O. XV. 10, 12, 14, 15 u. 18 und Beckmann a. a. O. Sp. 92 ff.

2 ) Abbildung in dem Stadt - Prospekte von Stendal bei Beckmann a. a. O. Sp. 1.

3 ) Beckmann a. a. O. Sp. 89.

4 ) Riedel a. a. O. XV. 167.

s ) Riedel a. a. O. XV. S. 174.

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') Beckmann a. a. O. Sp. 109.

J ) Riedel a. a. O. XV. 479 und 486.

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