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3,1 (1846)
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Scgensspruche entlassen, also keine Predigt halten/' DerAntrag war mir neu und auffallend. Nach einigem Besin-nen sagte ich:Dieß ist ganz gegen alle Grundsätze derevangelisch-protestantischen Kirche, nach welchen die Predigtdes göttlichen Wortes die Hauptsache ist; ein Gottes-dienst ohne Predigt ist unerhört. Vor der Liturgie hätte ichdie größte Hochachtung, ich sähe sie als einen wesentlichenTheil der öffentlichen Erbauung an, der die Zuhörer in dierechte, andächtige Stimmung versetze; aber sie sei nur einTheil derselben und nicht das Ganze. Würde, ohne Pre-digt, sie allein gehalten, so möchte ihr und ihrer Verbreitungim Lande dieß hinderlich sein und sie in einen bösen Rufbei allen protestantischen Christen, welche eine Predigt ver-langen, bringen. Offenbar erinnere eine solche Scheidungzweier wesentlichen, zusammen gehörenden Theile an die rö-misch-katholische Kirche, wo die Predigt Neben-, und die MesseHauptsache sei. Die Predigt sei aber in der protestantischenKirche Hauptsache; die könne und dürfe man beim öffent-lichen Gottesdienste unmöglich fahren lassen."Aber es istdoch," siel der Herzog Carl von Mecklenburg ein,barbarischkalt, über 20 Grad; man erstarrt, und dabei ist keine An-dacht möglich."Man kleidet sich wärmer," antwortete ich;und dann giebt es eine geistige Wärme, die wenigstens beiAllen, die freiwillig kommen, eine Stunde vorhält."Ichmuß es bezweifeln," erwicdcrte der hohe Herr,daß es kei-nen Gottesdienst giebt ohne Predigt."Gewiß nicht in derprotestantischen Kirche." Dieß gab Veranlassung zum Dis-putiren, an welchem die übrigen Generale Theil nahmen,und zwar gegen mich; Witzleben schwieg und senkte die dun-kelen Augenbraunen noch tiefer.Wir," sagte der Herzog,sind nicht hier, um zu debattiren, sondern nur die Befehle