Iweiter Abschnitt.
Von der Amtskleidimg der Geistlichen, der Litnrgie,Agende nnd Union.
Es lag in der Seele des Königs Friedrich Wilhelm III,das Gleichartige zusammenzustellen und davon das Fremdeund Ungehörige zu trennen. »Gehört nicht hiehcr!" hörteman Ihn sehr oft sagen. Auch darum war Er so kurz inallen Sachen, weil Er jede für sich rein nahm. Er trennte,was nicht zusammenpaßte, und Confusion war Ihm zuwi-der. Alles an Ihm und um Ihn hatte seine gehörige Stelleund Er konnte es nicht leiden, wenn es davon gerückt wurde.Dieß ging bei Ihm so weit, daß Er Sein Wohn- und Ar-beitszimmer nie verließ, ohne Seine Papiere gehörig geson-dert, geordnet, und ein gebrauchtes Buch wieder an seinenOrt gestellt zu haben. Nichts lag bei Ihm durcheinander,Er wußte genau, wo Er Alles hatte, und brauchte nichterst zu suchen.*) Er liebte es, wenn das Eine natürlich
') Man will bei geistreichen und genialen Männern das Gegen-theil bemerkt haben, und häusig wird Accuratesse und Pünkt-lichkeit als kleinliche Pedanterie angesehen. Ordnung aber istunstreitig eine sittliche Tugend und ihre Heiterkeit erhöhet denGenuß des Lebens. Wenn Zweie das Nämliche thun, so ist esnicht Dasselbe; es kommt Alles hier auf die handelnde Per-son an.
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