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3,1 (1846)
Entstehung
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hielt und prüfte. Er stand höher als Seine Zeit über ihrenParteien, und dieß war Ihm, als praktischen Christen, mög-lich und leicht, da Er von keinem System befangen war.In dieser wichtigen Beziehung hat der Laie große Vorzügevor dem gelehrten Theologen, der irgend einer Schule ange-hört und ihre Lehre oft, ohne es zu wollen, in seine Urtheilemischt. Der Königliche Forscher, dem sie und das Wohl Sei-ner Unterthanen am Herzen lag und der den Flor der Kirche,den Er in ihrer Einheit fand, wünschte, nahm alles dahinGehörige nicht bloß mit dem denkenden Verstände, sondernauch mit dem Herzen und seinen Bedürfnissen auf. Es warIhm zwar unangenehm, daß die Liturgie, die Er, um Ein-tracht zu befördern, gegeben hatte, die Zwietracht anfachteund durch lebhafte Debatte sie vermehrte; Er ließ sich aberdadurch nicht stören, benutzte vielmehr jeden Einwurf undblieb für weisen Rath empfänglich.

Vorzüglich wichtig war Ihm in dieser Beziehung derBischof vi-. Borowsky in Königsberg. Wir wissen ausdem Ersten Theil dieser Schrift, wie wcrth und thcuer die-ser Mann Ihm war; ihn beehrte Er, wie keinen Anderen,mit Seinem vollen Vertrauen. Schon vorher stand Er mitihm im Briefwechsel; lebhafter und rascher wurde aber der-selbe in den Angelegenheiten der Liturgie und Agende. Ihmhatte Er aufgetragen, Alles, was xio und eontru heraus-kam, zu lesen, zu prüfen, und gutachtlich darüber zu berich-ten. Der fachkundige Mann that es mit der ihm eigenenOffenheit und Redlichkeit, und eben darum wurde sein Ur-theil unbefangen und sein Rath weise. Referent war dabeider Handlanger, und das Geschäft, welches er in der Besor-gung hatte, war ihm interessant und lehrreich. Da aber derKönig mit dem Bischof Borowsky auf demselben Glaubens-