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dcnheit, als Zweifel, in fühlbarer Wahrheitsliebe vorgetragenund ausgesprochen war, hörte Er den Opponenten ruhig an,
und sollten vielmehr achten die Besserung der Leute, denn ihreneignen Sinn und Gutdünken. So bitte ich nun Euch alle,meine lieben Herren, lasse ein-Jeglicher seinen Sinn fahren,und werdet fein Eins, wie Ihr den Gottesdienst halten wollet,daß bei Euch in Eurem Reich gleich und Einerlei sei, undnicht so zerrüttet, anders hier, und wieder anders dort gehaltenwerde, als womit man das Volk verwirret und unlustig macht.Das ist meine Meinung und Beschluß, auch des gnädigen Chur-fürstcn ernstlicher Wille und Befehl. Aber (und hier wirft dergroße Mann einen prophetischen Blick in die Zukunft) was sollich sagen? Wie soll ich klagen? Ich bin noch im Leben,schreibe, predige und lese täglich, und doch finden sich solchegiftige Leute, nicht allein unter den Widersachern, sondern auchfalsche Brüder, die unseres Theils sein wollen, diesich unterstehen, meine eigne Schrift und Lehre stracks widermich zu führen: lassen mich sehen und hören, ob sie wohlwissen, daß ich anders lehre, und wollen ihr Gift mitmeiner Arbeit schmücken und die armen Leute mit meinemNamen irre machen und verführen. Hilf Himmel! was will'sdoch immcrmchr nach meinem Tode erst werden??" „Luther'sWerke" Th. 19. S. 129. Und wenn hie und da, vorzüglich indem Westphälischen und den Rheinprovinzen, wie im Bergischen,es rcformirte Geistliche und Gemeinden gegeben hat, und nochimmer giebt, welche meinen, feste liturgische Formen wären demGeiste der reformirtcn Kirche zuwider, so mögen sie sich er-innern, daß dieselben von ihrem ersten Entstehen an überalleine vorgeschriebene Agende (im Wesentlichen mit der lutheri-schen vollkommen übereinstimmend) gehabt hat. Keineswegswar es des ehrwürdigen Ulrich Iwingli und Calvin's Absicht,die liturgischen Angelegenheiten in die Hände der freien Wahl,die oft Willkür wird, und auf jeden Fall. Verschiedenheit undWiderspruch erzeugt, hinzugeben, vielmehr sagt Calvin ganzausdrücklich in seinen Institutionen über die christliche Religion,Buch 4. Cap. 19. §. 27. u. s. f.: „Wollen wir das wahreIII. 24