nicht leiden, wenn, wie oft geschieht, der Landesherr sum-inus episevpus genannt wird; unser alleiniger Bischof derSeelen ist Jesus Christus." Der König sprach in SeinerGlaubensstärke und ungeschmückten Demuth vortrefflich, undals ich daran freudig anknüpfte und dieß Gelegenheit zuDigressionen gab, lenkte Er wieder ein und fuhr fort also:„Luthern war es bei der Reformation vorzüglich darum zuthun, die Herrschaft der römischen Kirche, welche den Staatunterjocht hatte, zunächst zu zerstören und das eiserne Jochder Hierarchie abzuschütteln. Zwar spricht er immer vonder Macht und Herrlichkeit Jesu Christi mit tiefer, gläubigerEhrfurcht und er nennt den Papst einen armen Sünder;aber sichtbar siel er auf das andere Extrem und brachte dieKirche unter die Botmäßigkeit der Welt. Die evangelischenFürsten allein unterschrieben und sanctionirten das Glaubens-bekenntniß der neuen Kirche, und nirgends findet man Luthern,wiewohl er der Hauptsprecher war, in welchem sich dieganze Reformation hauptsächlich concentrirte, und auch Me-lanchthon nicht, der doch der Verfasser der AugsburgischenConfcssion war, in der Unterschrift derselben. Sie wurdevollzogen und in's Leben eingeführt von fürstlicher Gewaltund unter dem schützenden Schilde derselben schaarten undeinigten sich die Gemeinden. Das liturgische Recht kam da-durch an die Regenten; dieß ist eine historische Thatsache,und der geistreiche Autor, der in diesen Tagen dagegen auf-gestanden, nimmt die Sache in Uresi, wie sie sein könnte,und nicht wie sie wirklich ist, (cle Ureto) wie sie sich gestal-tet hat und jetzt noch ist." „Nicht überall," siel ich ein.„Wo denn nicht?" „In allen Gegenden nicht, auch in Ew.Majestät Landen nicht, wo die Prcsbyterial- und Synodal-Ordnung herrscht, z. B. in Cleve, Jülich, Berg und Mark.
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