Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
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Unwahrheiten und Lügen, die zum Theil an's Tageslichtkommen, zum Theil aber auch als fein angelegte Heucheleienim Finstern verborgen bleiben, die aber der Tag klar machenwird, schadeten innerlich der guten Sache selbst und brachtensie äußerlich in einen Übeln Ruf, so daß der Streit nichtaufhorte. Aufs Neue wurde er immer wieder angefacht;am Meisten geschah dieß durch die bekannte Schrift: „Ueberdas liturgische Recht." Sie wurde mir anonym zuge-schickt. Einige Zeit nach ihrem Erscheinen fragte mich derKönig: „ob ich sie gelesen hätte, und wer ihr Verfasser sei?"„Man sagt," antwortete ich, ,;Schlciermacher, und die scharf-sinnige Combination, worin sie gedacht und geschrieben ist,scheint diese Vermuthung zu bethätigen." „Mag sie geschrie-ben haben wer will," erwiederte der König, „ihr Verfasserist ein gescheuter Mann, dem das Wohl der christlichen Kircheam Herzen liegt und der klar stehet; ich habe sie mit Vergnü-gen gelesen. *) Die evangelische, oder die protestantische Kirche,wie die Herren Theologen sie lieber nennen, wird hier inihrer Unabhängigkeit und Würde gut dargestellt. Die Wahr-heit, welche in ihr selbst liegt, soll sie, wie Jeden, der sichvon Herzen zu ihr bekennt, frei machen. Von ihr selbst,von Innen heraus, soll ihr Leben kommen; alles Aeußerlicheist nur ein Bewurf, den die Zeit wieder abwäscht. IhrStifter und Herr ist ihr alleiniger Regierer, und jemehr sichdie Gläubigen als Glieder an ihn, ihr Haupt, halten, destobesser. Dieß ist auch meine Meinung, wie Sie wissen, undwie ich Ihnen von Wien geschrieben habe. Ich kann es

") Seine eigenen Worte, so auch die folgenden.