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seiner Brust kein reines Bewußtsein trug (mens oonsvini-eeti), mag wohl vor sich selbst erröthet sein, und- es istnicht zu läugnen, daß mit der freigebigen Spendung solcherEhrenzeichen vieler und arger Mißbrauch getrieben wurde,wenngleich der König den guten Gebrauch wollte und meinte.Aber Er wurde getäuscht, indem Viele, welche die gute Sachenicht, sondern nur sich selbst meinten, ihre Zustimmung ga-ben, bloß darum, um Ihm gefällig zu sein und einen guten,angenehmen Eindruck zu machen. Es thut mir wehe, diesedunkle Seite berühren zu müssen; der Wahrheit und Ge-schichte bin ich dieß aber schuldig; doch sei es genug aneinem, dem folgenden Beispiele, welches freilich zu den ärg-sten gehört.
In einer Provinzialstadt lebte und wirkte ein Super-intendent, welcher sich durch Lebhaftigkeit, Talent und Ge-lehrsamkeit auszeichnete; besonders hatte er die Gabe derBeredsamkeit und die mit ihr verbundene Geselligkeit, wo-durch er auf Alle, mit welchen er in Berührung kam, einenangenehmen Eindruck machte. Alle, welche er gewinnenwollte, gewann er, und in der öffentlichen Meinung galt erfür einen vorzüglichen Mann. In Abwickelung verwickelterSachen war er so geschickt und gewandt, daß er von derBehörde häufig Kommissorien auch in Dingen bekam, dienicht zunächst in seinem Wirkungskreise lagen. Oft sah ichihn auch bei mir, und verlebte mit ihm frohe Stunden; wie-wohl mir eine innere Stimme sagte, daß Etwas bei ihm imHinterhalte läge und er nicht in allen Dingen offen undaufrichtig sei. Bei der geschehenen Umfrage: „was die Su-perintendenten und Prediger an beikommender Liturgie gutund brauchbar, was nicht, fänden"? hatte man noch keine