Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
Seite
358
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ihre Freude erhöhet, auf der anderen aber getrübt, oft ver-bittert, durch den Hohn, den muthwillige Tadler und An-kläger über solche Dccoration öffentlich ausschütteten. Dießwar durchgängig in allen Gegenschriften der Fall, und, ineiner wurde sehr witzig gesagt: „Sonst erhielt man Ordenpiopter acta, jetzt aber bekommt man ihn propter uAenclu".Mancher, der den Mantel nach dem Winde drehte und in

tcn, und Solches auch durch ein äußeres, in die Augen fallen-des Zeichen gleich andeuten zu können. Es ist kaum zu denken,und doch ist es geschehen und gcschiehet noch immer, daß dasVerlangen nach einem Orden so stark wird, daß nicht bloßBeamte, sondern auch im Uebrigcn würdige Geistliche, ihn aufdircctcm und indirectem Wege selbst wünschen, begehren undsuchen. Die Sache hat besonders im Preußischen Staate einearge Schattenseite, die sich auch nicht verliert, obgleich nach allenGegenden und Richtungen hin Orden vcrthcilt werden. Dasmächtige und heilsame Gefühl der Ehrliebe erhält die schädliche,gereizte Stimmung des Ehrgeizes. Der Hochseligc König hatte,bei der angeborenen Neigung, zu erfreuen, die Lichtseite imAuge, und ehrte gern Jeden, den Er der Ehre Werth hielt.Aber mancher Bescheidene und Dcmüthige, der im Stillen seinePflicht ohne Geräusch that und den Lebensgrundsatz hatte: „Derlebt wohl, der würdig verborgen lebt," sljenu vixit, bvns c>uiIntnit) hat, wiewohl er ihn verdiente, keinen Orden erhalten;er hat ihn auch nicht entbehrt, da er dessen nicht bedurfte. Aufdieses Mißverhältnis! und Unsichere habe ich, so lange ich amKrönungs- und Ordensfeste öffentlich reden mußte, stets auf-merksam gemacht, um- die schwankende Sache in ein festes Gleich-gewicht zu bringen. Am Frcimüthigstcn ist dieß geschehen inder Ansprache an diejenigen, welche einer Auszeichnung gewür-digt sind, und dann, wie ein christlich-religiöser Sinn uns dieEhre vor der Welt unschädlich mache, da er das Ehrgefühlreinigt, leitet und heiligt. Nachher sagte der König zu mir:„Haben andringend wahr gesprochen; aber wie ist die Sachezu ändern?"