Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
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schien, in welcher die hart angeklagte Liturgie in Schutz ge-nommen, gegen alle Angriffe vertheidigt, als acht kirchlichcharakterisirt, und als erbaulich empfohlen wurde. DieseSensation machende Behauptung war nicht obenhin hin-geworfen, sondern auch gründlich theologisch motivirt. Bor-züglich aber verricth diese Schrift eine genaue Kenntniß derGeschichte der Liturgie in allen protestantischen LändernDeutschlands, vorzüglich Preußens, und hob besonders her-vor, daß die für die evangelische Gemeinde desselben bestimmteAgende in ihrem Grundton eine alte sei, und in ihrem In-halte vollkommen übereinstimme mit der Tendenz der Refor-mation und dem, was Luther darin gethan, zu Stande ge-bracht, und die evangelischen Fürsten eingeführt hatten. Diesemerkwürdige gelehrte Schrift, welche die erste war, dieapologetisch erschien, war anonym wie eine leuchtende Fackelin die theologische Welt geworfen und war überall der Ge-genstand der Debatte. Man rieth hin und her, wer wohlder Verfasser sein könne; aber dieser hatte sich so vcrpallisa-dirt, daß man ihn nicht fand; so viel sah man ein, daß nurein Gelehrter, namentlich ein in christlichen Antiquitäten be-wanderter Theolog, sie geschrieben haben könne.

Auch Friedrich Wilhelm III. las sie, und wie Noah inseinem umflutheten Schiffe sich sreucte, als eine Taube mitdem Oelzweige zurückkehrte, so freuete sich der König überdas mit Seinen Ansichten übereinstimmende Zeugniß, welchesein sachkundiger, gelehrter Mann Seiner Ihm am Herzenliegenden Sache gab. „Wenn ich nur wüßte, wer diese vor-treffliche Schrift geschrieben!" sagte Er zu mir. „Ich bindurch dieselbe noch mehr in den christlichen Grundsätzen, diemich geleitet, bestärkt. Ich gäbe Etwas darum, wenn der