Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
Seite
349
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zumuthen, alle diese voluminösen Acten selbst zu lesen; unddoch lag Ihm die Sache am Herzen, und Er mußte sie er-fahren, Er wollte sie wissen. Mir war von dem geistlichenMinister der unangenehme Auftrag geworden, aus allen Ver-handlungen einen concentrirten kurzen Auszug zu machenund über den Stand der Sache gutachtlich zu berichten.Um in das Chaos der in hohen Acten-Stößen vor mir lie-genden heterogenen Vorstellungen Uebersicht und Zusammen-hang zu bringen, legte ich Rubriken an, in welche ich ausjeder Superintendcntur der größeren lutherischen und derkleineren reformirten Gemeinden das Homogene zusammen-stellte. Diese Rubriken und deren Classification waren fol-gende. Es war mit Angabe der Superintendenturen undihrer Diöcesen, mit Nennung der Namen der Geistlichen,hier die Rede von Solchen,

1) Die gar keine Liturgie und Agende, sondern darinvollkommen Freiheit, wie für die Predigt, wollten. DieEinsetzungsworte Christi bei den Sacramcnten der Taufe unddes Abendmahls nahmen sie als feste, bindende Formeln aus.

2) Diejenigen, welche sich mehr der Sache näherten,nahmen die Liturgie nur bedingungsweise an; Manches wähl-ten sie, Vieles verwarfen sie; auch darin stimmten sie nichtüberein; aber Alle wollten nicht gebunden sein. Sie sinddie Eklektiker in der Kirche.

3) Die Indifferenten, die weder kalt noch warm, son-dern lau waren, bildeten eine große Anzahl; ob Dicß oderJenes beliebt wurde, erschien ihnen gleichgültig, schon recht undgut aber Alles, was die vorgesetzte Behörde darin anordnete.

4) Die Aesthetikcr tadelten die veraltete Form, sie woll-ten eine nach dem Geschmack unserer Zeit; der Schönheits-sinn sei mit dem religiösen Sinn verwandt.