'
347
das vermeinte Machwerk einiger Hostheologen, ihre Meinungabzugeben. Daß dieselbe nach der Verschiedenheit des theo-logischen Standpunktes verschieden aussallen würde, warvorher zu sehen, und die Dreistigkeit in dieser Mittheilungäußerte sich schon vorher um so ungehinderter, als man keineAhnung im Lande von der nahen, warmen, thätigen undunmittelbaren Thcilnahme des Königs an dieser Sache hatte.Sollte man Ihn auf das Gewagte in der nach Seinemeigenen Herzen genommenen Maßregel aufmerksam machen?So ließ sich fragen. Aber dabei lag die andere Frage nahe:Was wird dann der Herr thun? Er wird die angeregtenZweifel entweder nicht, oder sie wohl beachten. Wie? wirdEr das thun in solchem Falle? Wird, wie schon oft ge-schehen, dann ein Drittes eintreten, woran, als an das Eides Columbus, noch Niemand denkt? Es wäre doch schön,wenn die Sache durch allgemeines Vertrauen gekrönt zuStande käme! Dicß Vertrauen, guter Absichten sich bewußt,hat einmal der König zu Seinen evangelischen Geistlichen.Soll man Ihm dasselbe nehmen, und Ihm, durch traurigeErsahrungen darauf hingeführt, auch hier Mißtrauen einflö-ßen und Seine empfindliche Reizbarkeit aufregen? Das wäreübel. Die Sache wird indeß so schlimm nicht sein, als man sichdenkt. Nur in Nebensachen tritt vielleicht Abweichung undVerschiedenheit ein, und diese wird sich ausgleichen lassen,wenn in der Hauptsache Uebereinstimmung ist; wir wollendie Sache ihren Gang gehen lassen, den sie einmal genom-men. Es ist bedenklich, einzugreifen, und den Herrn vondem Wege abzubringen, den Er selbst eingeschlagen hat.Kurz, man unterließ jeden Versuch der Gegenwirkung undwartete das Resultat ab. Sack ßzgte noch: „Sie sollen se-hen, der Herzen Rath wird nun offenbar werden." Der