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bei den Recensionen wurde zuerst nach der Farbe des Autorsgefragt. Die Mehrzahl und der Geist der Zeit bekannte sichzum Rationalismus. An der Spitze des Supra-Rationalis-mus war der damals berühmte Theolog und Kanzelredner,Hofprediger vr. F. W. Reinhard, getreten, und wenn mannoch in Ansicht seiner gehaltenen und gedruckten vielenPredigten zweifelhaft sein konnte, welchem System er zuge-than war, so entschied das Urtheil sich doch vollkommen seitHerausgabe seiner bekannten „Geständnisse",' und vorzüglichdurch den IXten Brief, in welchem er die Konsequenz derorthodoxen Lehre der evangelischen Kirche behauptete. Nachdieser Zeit (1816) wurde die Parteisucht noch giftiger, undwenn die Altgläubigen triumphirtcn unter der Fahne, zuwelcher ein solcher Mann sich hielt, so schärften die Neolo-gcn mehr wie je ihre angreifenden Waffen. Die Kirche Jesuwar wieder eine streitende, und dieser Streit wurde unterden Gebildeten im Wolke um so heftiger, da sich mit ihmder politische verband. „Vorwärts" war die Losung der Zeit;man hielt aber die Liturgie und Agende, die sich zu demalten System bekannte und es reprisciniren wollte, für einRückwärts. Diejenigen, welche sie, nach der öffentlichen Mei-nung, verfertigt, wurden verächtlich Hoftheologen genannt,und als solche um so lächerlicher gemacht, da es ihrem Kom-plott gelungen sein sollte, in dasselbe einen bedeutenden Of-sicier, der zugleich Adjutant des um solche Dinge sich nichtbekümmernden Königs war, herein zu ziehen. Dieß war dieallgemein verbreitete Meinung, die überall um so mehr Ein-gang fand, da ein Schleiermacher öffentlich gegen sie geschrieben.
So standen die Sachen, als die Superintendenten undPrediger aufgefordert wurden, über die Liturgie und Agende,