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ich, „stand der römischen Kirche und ihren Mißbrauchen ge-genüber, hatte aber damals noch nicht die Absicht, sich ganzvon ihr zu trennen und eine eigene evangelische Kirche zugründen; auch mag der große Mann, der viele Jahre Au-gustiner Mönch war, ohne daß er es wollte und wußte,viele Dogmen des Kirchenvaters Augustin in sich aufgenom-men haben, die mehr kirchlich-dogmatisch, als biblisch sind."Damit war ich im Strome der Rede der hohen Meinung,welche der König von Luther hegte, zu nahe getreten undEr wurde ungnädig. „Ei was," sagte Er verdrießlich, „dieAusnahme der drei allgemeinen Glaubensbekenntnisse derchristlichen Kirche gehört wenigstens zur Geschichte der Agende,und die Beibehaltung ist nothwendig. Wenn sie fehlen, sosieht es kahl aus. Wissen Sie etwas Anderes, das manaufnehmen könnte?" „Ja," antwortete ich, „die symbolischenBücher der protestantischen Kirche, zwar nicht als Formel,aber doch als Bekcnntnißschriftcn, vorzüglich die Augsbur-gische Eonfession, welche anfangs auch die Reformirtcn ange-nommen hatten." „Das läßt sich hören," sagte Er, „wäreaber etwas Neues." Er schwieg, strich sich über das Gesicht,dachte nach, und entließ mich. Bekanntlich sind diese Vor-schläge nicht angenommen; die anderen geistlichen Herren,welche demnächst zu Rathc gezogen wurden, und entgegen-gesetzter Meinung waren, mögen es besser gewußt haben.Der König aber wurde mir darum, daß ich widersprach,nicht abhold, vielmehr sah Er, von der Redlichkeit des Wil-lens überzeugt, dieß gern.
Dem Könige, wahrhaft christlich-gottesfürchtig, lag daswachsende Wohl der evangelischen Kirche warm am Her-zen. Er suchte und fand dasselbe in ihrer Einheit. Dieselbe