Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
Seite
341
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sprechende. Die beweisenden und weckenden Bibelsprüche,wie vr. Luther sie kräftig übersetzt hat, mögen wir nichtvertauschen gegen neue Übersetzungen; diese dünken unswässerig, und wir kennen unsere alten Freunde nicht mehr indem modernen Habit. Man versuche es, die besten Stellenwahrer Lebensweisheit von Göthe, Schiller, I. Paul undAnderen, in die Agende auszunehmen, und man wird gleichfühlen, daß sie dahin nicht gehören. Es fehlt ihnen diekirchliche Sanction. Was vorgestern gemacht und gesternfertig geworden ist, hat und kann nicht haben das Vertrauender Autorität, die sich bereits bewährt hat. Der Sohn be-tet andächtiger, wenn er die Gebete vernimmt, die schon seinVater hatte. Das Alte ist das Willkommene, man kenntes schon und stimmt ein; beim Neuen stutzt man und mußerst nachdenken, um es zu begreifen. Dieß aber ist derStimmung der Andacht nicht günstig. Man geht nicht nachder Kirche, sich zu amüsircn, sondern sich zu erbauen; dergemeine Mann sagt: zu beten- An diesen, der die Mehrzahlausmacht, an den Soldaten, Bürger und Bauer, und nichtan die Vornehmen, die man die Aufgeklärten und Gebildetennennt, und die ohnehin fast gar nicht zur Kirche kommen,muß man denken, wenn von einer Agende die Rede ist; dennsie soll für das Land und die evangelische Kirche desselbensein." *)

In die Agende sind die drei allgemeinen Glaubensbe-kenntnisse der christlichen Kirche aufgenommen. Als dieseSache zur mündlichen Berathung kam, erlaubte ich mir die

") Des Königs eigene Worte, nach meinem Tagebuche.