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wird, wenn mit dem Lichte des Verstandes sich nicht auchdie Wärme des Herzens verbindet. Die Gedankenrcihe wirdum so tiefer und klarer, der Strom der Gefühle um so vol-ler und stärker, die Kraft der Vorstellungen und Beweg-gründe um so dringender und gewaltiger, wenn nicht einsei-tig und vereinzelt diese oder jene Kraft im Menschen in An-spruch genommen, sondern die Summe aller seiner Kräfteaufgeregt, und so der ganze Mensch ergriffen, geweckt undfestgehalten wird. Die Religion hat es aber mit dem gan-zen Menschen zu thun, sie will, wie unsere heilige Urkundees so wahr und treffend ausdrückt, „den Geist, die Seele,den Körper, die Sinne" in ihre heilige Obhut nehmen,und durch das von ihr gereinigte Feuer einer frommenEinbildungskraft das schwere Werk der Heiligung ihm er-leichtern."
„Dieß wird uns noch klarer, wenn wir die Schöpfungund die in ihr getroffene Einrichtung befragen.Denn wie wunderbar, wie groß, wie herrlich ist, wo auchunser Auge Hinblicken, wohin auch unser Fuß kommen mag,die ganze uns umgebende Natur mit sinnlichen Reiz- undWeckungsmitteln zur Anregung und Belebung eines religiö-sen Sinnes angefüllt! Die Sonne in ihrem Licht- undFcuermcer; das hohe Himmelsgewölbe in der stillen Majestätunzähliger Sterne; das Weltmeer in seiner gewaltigen unddoch gebändigten Kraft; das furchtbar-schöne Schauspiel einesGewitters; die himmelanstrebcnden Gebirge; das rege Lebenam Tage; das ernste Schweigen der Nacht; die Felder undFluren mit Allem, was auf ihnen lebt, webt und ist: —dieß Alles, vom Großen an, bis zum Kleinen herab, was istes anders, als eine reiche Fülle sprechender Bilder, undl». 2l