Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
Seite
301
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dcnklichkeitcn und veranlaßt viele unnütze Schreibereien; da-durch wurde sie zwar aufgehalten, kam aber doch im ganzenLande zu Stande. Für die Prediger, welche, wie sie sagten,aus eigenen Mitteln den neuen Amtsanzug nicht anschaffenkonnten, gab der König die nöthige Hülfe.

Als Er dieß zu Seiner Zufriedenheit ausgeführt und,wie in Seinen Residenzstädten, so überall im ganzen UmkreiseSeiner Gebiete, alle Prediger der protestantischen Kirche uni-form in ihrer Amtskleidung wußte, ging Er im Principder Einheit, welches Ihm als Ideal vorschwebte, weiter, undwar auf eine übereinstimmende Liturgie bedacht. Es lag inder Natur der Sache selbst, daß diese große Schwierigkeitenhatte, und solche wurden noch vermehrt durch die Zeit undihre divergente Richtung. Eine jede Kirche hat und sollhaben eine Liturgie. Man versteht darunter im Allgemeineneine consequcntc, zusammenhängende Reihe von Gebeten(Acloratio) an das höchste Wesen, vor welchem man ineinem Glauben versammelt ist. Bor diesem dcmüthig undreuevoll sich auszusprechen und das volle Herz zu ergießen,liegt in dem Bedürfniß des gläubigen Menschen. Dieß istein allgemeines, das unter jedem Himmelsstrich bei aller nochso großen Verschiedenheit sich vorfindet und Befriedigungverlangt. In dieser Allgemeinheit (Konsensus gentium)liegt die Wahrheit, ihr Ernst, und ihre Heiligkeit. Deßhalbfindet sich überall, wenngleich in mannichfacher Mischung,bei allen Völkern, selbst bei den heidnischen und muhameda-nischcn, eine gewisse Liturgie. Die christliche Kirche hat inihrem ersten Entstehen, wie sie sich zu sammeln und zu bil-den ansing, voll edler Einfalt schon im apostolischen Zeitaltersie gehabt und sie ist der Grundtypus für alle Zeiten geworden. -