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So wie in der Seele eines jeden gebildeten Christen,der gern wissen will, an Wen er glaubt, sah es in SeinerSeele aus. Aber Er war zugleich ein König, der nicht bloßfür sich, sondern auch für viele Anderen zu sorgen hatte.Die Kirche und Förderung ihrer heiligen Zwecke lag Ihmdarum am Herzen, und Er hielt es für eine Aufgabe Sei-nes Lebens, in dieser Beziehung thätig und wachsam zu sein.Zwar wußte und glaubte Er, daß der Herr der Kirche sieauch regiere, wunderbar und groß, und daß auch der Reich-begabteste in dieser hohen Sphäre seine Ohnmacht fühle;insbesondere war Er von der Ueberzeugung durchdrungen,daß sich in solchem Gebiete, wo Alles frei sei und auf deneigenen Willen jedes Einzelnen es allein ankommt, Nichtserzwingen und befehlen lasse. Aber die ganze Kirchenge-schichte, besonders die Reformation im Illtcn Jahrhundert,hatte Ihn belehrt, daß wie der Herr durch seine Evange-listen und Apostel mittelbar wirkt, so auch fortwährend Rüst-und Werkzeuge wähle, in welchen sein Geist lebt und treibtzum Besten der Welt. Vorzüglich wichtig waren und blie-ben Ihm die einsichtsvollen und frommen Churfürstcn vonSachsen, wie Seine eigenen Ahnherren, und Er fand Ehre,Beruf und Pflicht darin, der Hort und Schutzherr der evan-gelischen Kirche Deutschlands zu sein. Nie vergaß Er die-sen Beruf und seine Würde; und diejenigen waren Ihmvorzüglich lieb und werth, die in Seine Ideen eingingen undzu ihrer Rcalisirung mitwirkten.
Alles, was Er in christlich-religiöser Beziehung für dieevangelische Kirche gcthan hat, hängt mit Seiner ganzen gei-stigen Richtung eng zusammen und ging aus Seiner Tota-lität hervor. Das Interesse dafür war nicht etwa momen-tan, nicht ein Einfall, nicht ein einzelner Act; es war