Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
Seite
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sehen; die Meisten verzerren es; Jeder halt die Hand vor,damit der Glanz ihn nicht blende, und Keiner weiß, wasLicht ist. So beurthcilt Jeder den großen König aus seinemindividuellen Standpunkte und Keiner hat ihn vielleicht inseiner Originalität ganz begriffen. Der Dichter sieht nur inihm den Acsthetiker; der Denker den Philosophen; der Staats-kluge den Diplomatiker; der orthodoxe Theolog den vermein-ten Atheisten; der Soldat den Heerführer; der Tapfere denHelden. Alle haben nur Stücke von dem großen Friedrich,Keiner hat ihn ganz. Um das Große zu fassen und in sichaufzunehmen, muß man dazu Receptivität haben und selbstgroß sein. Diese Größe hatte Wolfersdorfs nicht; er warSoldat, und gewiß ein einsichtsvoller und tapferer, aber nurSoldat! In diesen Gesichtspunkt brachte er Alles; aus ihmsah er das ganze Leben mit allen seinen übrigen Beziehungenan; das Baterland zu vcrthcidigen, war ihm Zweck, allesAndere nur Mittel. Die kunstgeregelte Taktik des großenKönigs, die über ganz Europa den Sieg davon getragen,war ihm das-Höchste, und die Dressur dazu, das berühmtePreußische schlagfertige Exercitium, stand ihm obenan; deß-halb war ihm, wenngleich im abgeschlossenen Kastcngeiste,der Soldatenstand der erste und höchste Stand und jederandere ein diesem subordinirter. Gute und tüchtige Excrcier-meister in seinem Regiment, geschickte Feldwebel, Unterossi-ciere, Vertraute und Gefreite; chrliebende, accurate, aufOrdnung und Zucht streng haltende Ofsiciere zu haben, warund blieb sein Haupt-Augenmerk, alles Andere nur Neben-sache. So dachte, so handelte er, diese Färbung und Sig-natur trug Alles, was man sah und hörte, und die kleineAckerstadt Hamm war in allen ihren Haupt- und Neben-straßen, in allen ihren sonst stillen Häusern ein geräuschvoller