Simon abgeschlagen, und den Abend kam noch der Ad-jutant, Lieutenant von Zschock, von selbst und sagte: „eineFürbitte würde nichts helfen; der General sei zu aufgebrachtauf den meineidigen Kerl; es sei an ihm nichts verloren,wenn er auch sterbe."
Die drei Geistlichen ließen sich aber dadurch nicht ab-halten, sie gingen dennoch hin, in ihrer Amtsklcidung, alledrei respectable, vom Publicum geliebte und geachtete Män-ner. Am Morgen der schrecklichen Exemtion stellten sie sichunter den alten, hohen Castanienbaum, unmittelbar vor derThür der ritterlichen hohen Burg; die entfernter stehendeVolksmenge sah sie ängstlich und verlegen an. Das Regiment war in Parade ausmarschirt und blickte seinem mäch-tigen General harrend entgegen. Hatzinger wurde inzwischengeschlossen von einer starken Wache gebracht; er war blaßund ineinander gesunken wie ein Todter und sah meinenVater wchmüthig an. Die Hautboisten spielten. In demVorhofe und in den Gängen des alten Schlosses war essehr lebhaft; Ofsiciere und Feldwebel kamen und gingen aufund ab in hastiger Eile. Dann folgte eine Stille; es kammit seiner zahlreichen Adjutantur der General. Er tratstattlich und martialisch heraus und sein imponircndcs Er-scheinen wirkte ähnlich dem eines Wallcnstcin und Alba.Die drei Geistlichen der reformirten Kirche traten vor, inehrerbietiger, gebückter Stellung. „Priester! was wollt Ihr?"sprach mit barscher Stimme der gesürchtete Mann. MeinVater nahm das Wort, und'mit der ihm eigcnthümlichcnschönen Mischung von ungeschmückter Demuth und heiterer,unbefangener Freimüthigkeit, unterstützt von einer edlen,schlanken Gestalt, antwortete er mit fester, ruhiger Stimme: