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ungerecht und hart behandelt sei. Er fand in der Stadtallgemeine Thcilnahme, und ich erinnere mich sehr wohl, daßmeine fromme Mutter, wenn sie uns Kinder zu Bettebrachte, uns, nachdem wir unser Abendgebet gesprochen hat-ten, noch vorsagte: „Gicb, gnädiger Gott! auch dem armenHatzinger einen seligen Tod!
Der Tag des Schreckens kam, und wie er da war,strömte Alles nach Gcneralshof, um die vielbesprochene Exe-cution mit anzusehen. Auch Frauen und Jungfrauen ausden höheren Ständen gingen hin. „Wie kann man so etwasGräßliches und Unmenschliches ertragen!" seufzte meine edleMutter, und ihr sanftes, seelenvolles Auge netzte eine Thräne:„Kinder, ihr geht nicht hin!"
Die starke Natur des Ulrich Hatzinger hielt den erstenTag des Spießruthcn-Laufens aus, ohne daß irgend einAufenthalt vorgefallen wäre: aber am zweiten Tage sank erin der Mitte ohnmächtig nieder. Er wurde also angebun-den: ein Soldat nach dem andern trat vor, und die hochaufgehobenen Ruthen sielen auf den zerfleischten Rücken. Halb-todt wurde der Arme nach der Wachstube gebracht und derRegiments-Fcldschccrer *) Meisncr ließ meinem ihm befreun-deten Vater sagen: der Patient habe Zuckungen und er würdesterben, wenn er Morgen zum Drittenmal gepeitscht würde.Mein Vater ließ also mit seinen Collcgen, den PredigernPeil und Rübcl, den General v. Wolfersdorfs, um Fürbittefür den armen Missethäter einzulegen, um eine Audienz bit-ten. Dieselbe wurde ihnen aber durch den Rcgimcntsschreiber
') So nannte man damals den Regiments-Arzt.