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vom Könige Friedrich II. erhalten hatte, in der Hand. Kaumwar die Exemtion vorbei und der Platz leer, so sprangenund liefen die Straßenjungen herbei, die weggeworfenenblutigen Ruthen aufzulesen.
Wer einmal desertirt war und eingeholt, wiederge-bracht wurde, mußte I2mal die Gaffe auf und ab Spieß-ruthen lausen; dieß nannte man ein Aderlassen, und derGestrafte, gut gehegt und gepflegt im Lazarett), kam mitdem Leben nicht nur davon, er war auch bald wieder her-gestellt. Die Sache hatte nichts auf sich; man sprach nichtweiter davon; sie war keine Schande mehr; das Ehrgefühlwar erloschen, so verlangte es die militairische Disciplin; undAlles war damit in guter Ordnung. Wer zum Zweiten-mal desertirt war, mußte 2 Tage nacheinander jedesmallümal die Gasse auf und ab Spießruthen laufen; dieß drangdurch die Zerfleischung des Rückens und der Brust in dasLeben. Der Sträfling wurde krank, blieb lange sieg, oderstarb. Wer aber wohl gar 3mal desertirt war und 3 Tagenacheinander jedesmal 2l)mal Spießruthen laufen mußte, undwenn er nicht mehr gehen konnte, an einen Pfahl gebundenund gehauen wurde, sah dieß als ein Todesurtheil an; derGemißhandelte hielt solche grausame Strafe nicht aus, in derRegel starb er bald nachher.
Ein Soldat, Namens Caspar Ulrich Hatzinger, hattesich dieser Strafe schuldig gemacht. Er war ein Schweizeraus dem Dorfe Amsteg, bei Altorf im Canton Uri, am FlusseRuß. Als Tischlergesclle war er auf seiner Wanderung mitnoch einem anderen Handwerksburschcn aus seinem Bater-lande von verkleideten Preußischen Werbern in einer Dorf-