Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
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Auch Ofsiciere machten sich auf ihren raschen Pferdensofort auf, um nach allen Richtungen hin den Entlaufenennachzusetzen, und es war ein nicht kleiner Triumph, wennsie ihn an Händen und Füßen mit schweren Ketten geschlos-sen wieder einbrachten. Sofort wurde er, unter dem Zulaufevon einer jauchzenden Schaar Straßenjungen, mit einer star-ken Wache nach Gcneralshof gebracht, und nachdem er hiervon dem jähzornigen mächtigen Herrn den ersten Sturmausgehakten, wurde der Delinquent als ein schwerer Verbrecherbehandelt. Er wurde zur Hauptwache abgeführt und kamin den sogenannten Brummstall, wo er, streng bewacht, anHänden und Füßen geschlossen, auf der Pritsche liegen mußte,und erhielt nichts als Wasser und Brod. Daß er Spieß-ruthcn laufen mußte, stand fest; denn diese Strafe wareinmal gesetzlich demjenigen verordnet, der sich der schwerenSünde der Desertion schuldig gemacht. Das angestellte,über ihn gehaltene Kriegsgericht bestimmte nun, wie oft er,nach mehr oder minder gravirenden Umständen, laufen mußte.Erlitt der Verurtheilte die Strafe zum Erstenmal, so warsie schon entehrend und hart; härter in der Verdoppelung,die gewöhnlich ein schmerzvolles Ende erzeugte, wenn er zumZweitcnmale dcsertirt war; war er wohl gar zum Dritten-male davongegangen, so wurde er zu Tode gepeitscht unddamit fortgefahren, wenn er, niedergesunken, an einen Pfahlgebunden war, so daß Stücke von dem immerfort geschlage-nen und zerfleischten Rücken herunter sielen, bis der Todes-kampf begann. Wenngleich die Exemtion des Spießruthcn-Laufens, namentlich das im ersten Grade, häusig, wenigstensalle Monat einigemal vorkam, so stumpfte die Gewohnheitdoch nicht ab; das Unnatürliche und Barbarische dieserStrafe behielt seine Schrecken und erfüllte jedes menschliche