Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
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so fiel ein gezielter, scharf mit einer Kugel geladener Schuß.Man lebte in einer Ackerstadt wie in einer Festung. Gernwäre man in den schönen Sommerabenden mit Frau undKindern und Nachbarn auf dem angenehmen, mit Obstbäumenbepflanzten Wall lustwandeln gegangen: aber man durftenicht, und da die Cascrne nur Wenige in sich aufnahm,drückte sehr die Einquartierung. Alle Stunden erfolgte ver-mittelst einer großen Mannschaft die Ablösung der Wachenund Jeder, der zurückgeholt wurde, mußte, che er den Man-tel an den neu Angekommenen abgab, die Parole des Tagesnennen. Sowie es dunkel geworden war, rief eine naheWache der andern zu: Wer da? um zu wissen, ob sie nochdasei; diese antwortete; ebenso die dritte; und so ging esfort vom Osten zum Süden, zum Westen und Norden, biswieder zurück zum Ostcnthore; an ihm sing es wieder an,über alle Wälle, rings um die Stadt, die ganze Nacht durch.Erfolgte, was oft geschah, keine Antwort, so war ein Sol-dat gleich nach dem letzten Rufe vom Posten davon gelaufenund desertirt. Diese Desertion, in Verzweiflung über erlittenegrausame Mißhandlung, geschah entweder in der Stadt durchVerstecken in irgend einem verborgenen Wnckel, oder, washäusiger der Fall war, vermittelst Schwimmcns durch dendie Stadt umgebenden breiten Graben, dann durch die Asseund die Lippe. So bedenklich und gefährlich das Durch-kommen, besonders über beide Flüsse, war; so viele Anstaltenund wachende Cvntrolen in auspassenden Wächtern getroffen,so hart auch die auf Desertion gesetzten Strafen waren, sotrat sie dennoch häusig ein. Furcht ist unter allen Wächternder schlechteste, besonders dann, wenn Ingrimm und Zorndie Seele erfüllt. Der gemißhandelte und mit Mißtrauenbehandelte Sklave sprengt, wenn er kein Ende seiner Leiden