Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
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oder auch zwei Unterofsicicre; sie knöpften den SpanischenRohrstock los, und zählten 10, 20, 30, 40, auch wohl 50derbe Hiebe auf, die der Herr Capitain dictirt hatte. AlleGemißhandclten krümmten sich vor Schmerz, Viele wurdenohnmächtig, das laute Geklatsch drang in die Häuser, esschallte über die Straßen und wurde verstärkt durch eineähnliche Exemtion, die in der Nähe stattfand. Unmittelbaran die Wohnung meiner Eltern auf der Oststraße grenztedas Nachbarhaus der Cammeraricn Bolbritz, in welchem derHauptmann von Stephany wohnte. Wir hatten also dasPrügeln ein paarmal die Woche gerade vor der Thür; meinesanfte Mutter, die es nicht hören konnte, lies jedesmal weg,und als sie Vorworte bittend einmal einlegte, sagte der sonstgutmüthige Hauptmann ganz gleichgültig:Das Prügelngehört zur Sache, und muß sein." Man kannte es nichtanders; aber man hatte davor einen natürlichen Abscheu.

Auf dem Markte stand neben dem mit einem Halseisen,eisernen Schwerdte und Ketten versehenen Kaake, für Ver-brecher aus dem Civilstandc bestimmt, auf einem hohen Po-stamente eine andere Figur in Form eines Esels. Dieserhatte einen mit Eisen beschlagenen spitzen, einschneidendenRücken, und es that nicht nur wehe, auf demselben zu sitzen,sondern sie wurde auch empfindlich, solche Strafe, durch dendamit erlittenen Schimpf. Für Personen aus dem Militair-Standc, welche Verbrechen begangen, war diese Züchtigungbestimmt; da sie aber mit Spott und Hohn des umhcr-stehenden Pöbels verbunden war, und der General von Wol-fersdorfs seine Soldaten demselben nicht aussetzen wollte,vielmehr den Militair-Stand obenan stellte und über Allesehrte, ließ er diese Eselsstrafe selten eintreten, und schaffte sie