Druckschrift 
2/3 (1843)
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

89

bedeutsamen Gehalt zu erhöhen; überhaupt hatte die königliche Munifi-ccnz jedes Mittel zur Herstellung des Trefflichsten und Glänzendstenim ausgedehnten Maaße bewilligt.

Das Festlokal selbst bot einen überaus glänzenden Anblick dar. DerRittersaal strahlte blendend in seinen Waffen von Gold und Silberund dem Wiederschein vieler hundert Wachskerzen.

Gegen acht Uhr war der Saal völlig mit Zuschauern gefüllt undder König erschien in Begleitung derjenigen höchsten und hohen Per-sonen, welche nicht bei der Ausführung des phantastischen Maskenfe-stes mitwirkten.

Eine glänzende Einleitung des Orchesters verkündete jetzt den Ein-tritt des Hofes von Ferrara, welcher durch einen Begrüßungsgcsangfür Männerstimmen bewillkommnet wurde. Ein Herold, acht Pagen,zwei Kammerherren, traten dem Herzog Alphons (der Prinz von Preu-ßen) und dessen Gemahlin (die Königin) voran. Ihnen folgten andrefürstliche Personen Kavalire und Damen des Hofes von Ferrara, nebstden Dichtern Guarini und Tasso. Nachdem diese ihre Plätze im Mit-telraume eingenommen, trat der Dichter Guarini vor, und sprach einigeStanzen, in denen er ankündigte, daß er, um den Auftrag seines er-habenen Gebieters, dieses Fest durch Masken zu verschönern. Genügezu leisten, die dichterischen Traumgestalten Ariosts in einem Masken-zugc erscheinen lassen werde. Auf einen zustimmenden Wink desHerzogs gab der Dichter ein Zeichen nach Außen, die Musik beganneinen imposanten Marsch und die ersten Gestalten dieses reichen, pracht-vollen Maskenzuges traten in den Saal.

Die Reihe dieser herrlichen Traumgestaltcn eröffnete sich durch zweiHerolde, zwei Bannerträger, vier Ritter mit den Reichs-Jnsignicn;dann folgte Karl der Große, der mächtige Kaiser und Schutzherr allerder christlichen Paladine, die in Ariosts Gedicht die Kämpfe mit den