Druckschrift 
2/3 (1843)
Entstehung
Seite
33
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Gedanken, scharfsinnige Berechnungen, finanzielle Ideen und ist im

Geiste der Opposition gegen manche Staatseinrichtungen ganz besondersgegen die Verwaltung der Finanzen. ES zeigte von nicht geringerKühnheit gerade daö Finanzwesen anzugreifen, da dasselbe seit Iahrenim In- und Auslande in dem besten Ruf gestanden.

Er sucht darin zu beweisen, daß der Staat in zweiundzwanzig Jah-ren nicht allein keine Schulden bezahlt, sondern den Betrag derselbennoch um sicbenhundertfünfzigtausend Thaler vermehrt habe. Er sucht nach-zuweisen, daß die Bruttoeinnahme siebcnzig bis vierundsiebenzig Millionenbetragen müsse und berechnet den Nettoertrag auf zwciundsechszig Mil-lionen, während das letzte Budget nur fünfundfünfzig Millionen anführt.

Es konnte nicht fehlen, daß dem Verfasser mancherlei Jrrthümcr nach-gewiesen wurden, doch enthielt das Buch dessen ungeachtet viele beher-zigungswerthe Wahrheiten.

Der König nahm das Werk sehr wohl auf und zog den Verfasserzur Tafel.

Minder gut erging es dem Königsberger Arzt, Herrn vr. Jacoby, derein im Auslande ohne Censur und ohne Nennung des Verfassers ge-drucktes Schriftchen über preußische Zustände dem Könige selbst über-sandte und sich nannte. Daö Buch ward vom Könige der obern Be-hörde übergeben und eine Untersuchung gegen den Verfasser eingeleitet.Darauf brachten die Zeitungen die Nachricht, daß das Urtel gegen denVerfasser wegen seiner:Vier Fragen" gefällt sei und auf zweieinhalb-jährige Festungshaft laute. Um so größere Freude erregte daher, alsman im Januar 1843 erfuhr, daß der vr. Jacoby durch die EntscheidungdeS KammcrgcrichtS in Berlin, ganz frei gesprochen worden, währender von einer Abtheilung derselben Gerichts-Behörde, dem Criminal-Se-nat, zu dritthalbjähriger Festrmgöstrafe verurtheilt worden war.

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