Druckschrift 
2/3 (1843)
Entstehung
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Das Amen, in welches die Anwesenden einstimmten kam wie auSdem Herzen und es lag darin Treue und Frömmigkeit.

Groß war die Theilnahme, als der Pastor Krummacher am Schlüsseder Tafel kräftige Worte sprach und daran ein Schlußgebet rcihcte.

Am folgenden Tage wohnte der König dem Gottesdienste in Unter-barmen bei.

Vor mehrern Jahren hielt der damalige Kronprinz in Saarlouiseine Musterung über ein Armeecorps. In denselben Tagen wurde ei-nem königlich preußischen Zollbeamten, einem ehemaligen Soldaten, einSöhnlein geboren. Der glückliche Vater bat den Kronprinzen, demNeugcborncn in der Taufe dessen Namen geben zu dürfen. Dieser er-klärte nun zugleich, bei der heiligen Taufe zugegen sein zu wollen, undbestimmte auf den nächsten Morgen die Stunde, wo er in der Kircheerscheinen werde. Dies wurde bald im Orte bekannt, und um die be-stimmte Stunde war die Kirche gedrängt voll Menschen. Der Pfarrer,ein Rheinländer, hielt eine geistreiche, gemüthliche Rede, und unmittel-bar nach der heiligen Handlung fing das Kind an zu weinen. DerKronprinz wiegte es auf seinen Armen, um es zu beruhigen. DerRedner fuhr fort, indem er seine Rede an den Kronprinzen richtete:möchte er einst als König sein Volk so liebevoll in seinem Herzen tra-gen, wie jetzt diesen Säugling auf seinen Armen!" Da unterbrach ihnder Kronprinz mit den lautgesprochenen Warten:DaS will ich,"und mit aufgehobenem rechten Arme und ausgestreckten zwei Zeigefin-gern setzte er hinzu:Ich gelobe es!"

Die vielen Zuhörer, welche in stiller Andacht dicht gedrängt, umherstanden, waren davon tief ergriffen, und der Geistliche selbst brauchteeinige Augenblicke um sich zu sammeln, und in seiner Rede fortzufahren.