483
führen von hier in den Konzertsaal, welcher 76 Fuß lang,44 Fuß breit und 43 Fuß hoch ist. Oberhalb lauft eineGallerie hin, an welche sich zwei Tribünen, jede mit sechsjonifchcn Säulen anschließen. In dem untern Räume sindNischen angebracht, in denen die Büsten berühmter Musi-ker stehen. Zwei Ochlgemälde stellen das eine die Gewaltder alten, das andere die der neueren Musik dar. Zwei Trep-pen führen aus dem großen Saal zu einem Durchgangnach einem oberen Saal; dieser Durchgang ist nach Artder Raphaclschcn Logen mit Arabesken von Stürmer ver-zieret. Der Saal mit den Gallerten fast bequem 1200 Zu-hörer i).
Die Schloßbrücke, ehedem Hundebrücke genannt^),als sie hölzern, kürzer und schmäler war, ist 1822 —1824nach einer Zeichnung von Schinkel über den in seinemBette erweiterten Schleuseugraben, steinern aufgebauct wor-den, und mit ihrer verschönerten Gestalt hat sie auch ihrengegenwärtigen edleren Namen erhalten. Sie führt von demPlatze am Zcughause nach dem Lustgarten, verbindet alsoden Fricdrichswerdcr mit Köln, nimmt die ganze Breite derStraße von ungefähr 100 Fuß ein, ist 156 Fuß lang,besteht aus zwei massiven Bogen, von großen Werkstückenaufgeführt, und in der Mitte aus einer Durchfahrt mitAufzugsklappen. Das Geländer ist von gegossenem Eisen,geschmackvoll nach einer Zeichnung Schinkels, und stellt indurchbrochenen Feldern arabeskenartige Ausfüllungen vonchimärischen Wassergcstcllen; besondere Beachtung verdienenaber die acht massiven Würfel von geschliffenem Granit,auf welche Gruppen, Schlachtenscenen darstellend, kommensollen. Auch hat der Staat die bedeutende GrundstückeNo. 5—6 in der neuen Packhofsstraße acquirirt, und sollhinter denselben ein neuer Packhof nebst dem dazu erforder-
1) Wegweiser für Berlin und Potsdam. 6te Auflage. (Berlinbei Nicolai.) S. 51.
2) f. oben S. 197.
Hh 2