1) Bcmmanns Geschichte der preußischen Monarchie bis zum I.l?IK, fortgesetzt von Stein, 2te Abtheilung. S. 107— 108.
Schloß hinreichende, drittehalbtausend Schritt lange und 34Fuß breite, festlich geschmückte Siegcssiraße, die zu beidenSeiten mit Kandelabern und Festfahnen eingefaßt, und mitKränzen von Tannenzwcigen und Moos unter sich verbun-den waren. Bei der Brücke am Opernhause waren zubeiden Seiten der Siegcssiraße zwei 75 Fuß hohe Sieges-säulen, und vor dem Schlosse ein Obelisk errichtet, der aufeinem großen, 50 Fuß breiten Unterbau ruhend, über eineReihe von 16 in Ncgenbogenfarbcn gehaltenen Stufen ei-nen runden, vom Boden an gerechnet 75 Fuß hohen Altartrug. Von diesem Altar an bewegte sich der Zug nach demnahen Lustgarten, wo vom Könige, von allen Mitgliederndes königlichen Hauses, von den Truppen und der gcsamm-ten Volksmassc dem Heer der Heerfchaaren im Freien einDankopfer dargebracht wurde. Der ganze Tag war festli-cher Freude gewidmet, und des Abends begann die Erleuch-tung der Stadt, zu deren Verschönerung keine Kunst undkein Aufwand gespart war, und die alles übertraf, wasBerlin je in dieser Art gesehen hatte i).
Von? 3. September 1814 an, erhielt Preußens bc-tvaffncte Macht eine ganz andere Organisation. Statt daßdas siehende Heer bis dahin theils aus geworbenen Jn-und Ausländern, theils aus kantonpflichtigen Soldaten, dieaber vorzüglich von? platten Lande und den Provinzialstäd-ten ausgehoben wurden, da Berlin kantonfrei war, so wurdenun bestimmt, daß jeder Eingcbornc, sobald er das MsteJahr vollendet habe!, zur Verthcidigung des Vaterlandesverpflichtet sei. Von den verschiedenen Truppentheilcn, ausdenen die preußische Armee zusammen gesetzt ist, befindensich in Berlin an Infanterie: das zweite Garde-Regiment;das Grenadier-Regiment Kaiser Alexander; das Grenadier-Regiment Kaiser Franz, und das Garde-Schützcnbataillon;