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vortrefflich sang, in großer Vollkommenheit das Klarierspielte, und selbst Tonstückc verfaßte, gegen deren Richtig-keit Bononcini, ein großer Tonkünstler dieser Zeit, nichtseinzuwenden wußte '), andrerseits weil ein so prachtliebcndcrFürst, als Friedrich lll., hätte er auch nicht selbst Ge-schmack an dieser Kunst gefunden, gewiß doch eine zahl-reiche Kapelle besoldet haben würde, da alle Fürsten da-maliger Zeit, die zu den mächtigsten und gcbildcstcn Euro-pa's gehörten, einen bedeutenden Aufwand darin machten.Unter den Kapellmeistern des Kurfürsten findet man FranzAnton Moslatclli, Strickker, Karl Fricdr. Nieck, AttilioAriosti, welche vieles geschrieben haben, was damals be-wundert wurde. Bei besonderen Hoffeicrlichleiten erschienennoch auswärtige Virtuosen, die sich am Hofe hören ließen,als der kaiserl. Sänger Ballarini aus Wien, der berühmteHautboisi des Königs von Polen le Risch, der vortrefflicheTheorbist und Lantcnist St. Luc aus Paris, und im I.1701 nahm Friedrich 1. Katharina d'Alilan als Sängerinin seine Kapelle auf. Auch Georg Friedrich Händel, wel-cher nachher seinen Namen so berühmt machte, war imDienste des Kurfürsien, und verließ erst Berlin nach deinTode Friedrichs 11 l. 2). — Z» den Vergnügungen desHofes, bei welchen die Talente der oben genannten Kom-ponisten benutzt wurden, gehörten italienische Opern undOperetten und französische Komödien, zu deren AufführungFriedrich III., wie schon früher bemerkt worden, einOpcrnthcater in den rechten Flügel, und den Mittelflügelüber der verdeckten Reitbahn, im Marsiall (breite StraßeNo. 36) einrichten ließ 3), große Ballette und sogenannteWirthschaften (bore-Ilerios) d. h. Stücke in welchen Perso-
1) Witten. 1822. S. 81.
2) König. Schild, von Berlin, Th. III. S.319 u.folg.
3) Der dameilige Besitzer des Hauses in dcrPostsiraße No. 3, Ge-heimer Kammerdiener und Bürgermeister in Berlin, Joh. von Hcissig,fing auch an, der Kurfürstin Sophie Charlotte zu Gefallen, ein