Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
436
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Sinn für das Höhere und Bessere in sich bewahrt; sie ist dieBelohnung eines frommen und reinen Gemüthes. DasHöchste und Beste, was der Mensch erringen kann, die obersteStufe religiöser Ausbildung, die er zu ersteigen vermag, liegtin der männlichen Selbstvcrläugnung seines eigenen Willens,in dem muthigen Verzichtleisten auf seine eigenen, liebste»Wünsche, so daß der Wille Gottes überall sein Wille undGottes Wege nun seine, gern betretenen Wege werden."

So ist es, so soll es sein, so muß es auch mit unswerden, dahin auch mit uns kommen. Nicht schwächen,sondern unsere edelsten Kräfte stärken; nicht abspannen, son-dern mit festem Muthc erfüllen: nicht gleichgültig und ver-drossen machen, sondern zur pflichtmäßigen Thätigkeit anspornen; nicht in finstere Schwermut!) versenken, sondernzum entschlossenen Kampfe rüsten, soll das Ungemach derErde, wie ungeheuer es uns auch entgegentreten und aufuns einstürmen mag. Das Unglück setzt uns auf die Probe,und in ihm zeigt und bewährt sich die wahre Größe undStärke einer männlichen Seele. Im Schöße des Glückes,umgeben von den Begünstigungen desselben, ist unser innerer Werth noch zweideutig und unentschieden: so Man-ches kommt da auf Rechnung unserer Einsicht und unseresCharakters, was doch oft nur Folge und Geschenk glück-licher Umstände ist. Groß, wahrhast groß wollen wir auchden Vielvcrmögenden, Mächtigen, Alles Durchsetzenden nurdann erst nennen, wenn er die Probe des Unglücks bestan-den und auch in ihm sich groß und würdig erwiesen hat.Das Ende krönt das Werk. Die Feuerprobe der Leiden istes, wo unser innerer Gehalt, und was wir wirklich sind,erst unverdächtig sichtbar wird."