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10 (1898) Französische Zustände : 2
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114 Französische Zustände, 11,

Erhebung zur Deputation macht mir ein wahrhaftes Vergnügen,aus dem ganz einfachen Grunde, weil dadurch das Prinzip derbürgerlichen Gleichstellung der Israeliten in seiner letzten Komsequenz sanktioniert wird. Es ist freilich, sowohl dnrch das Gesetzwie durch die öffentliche Meinung, hier in Frankreich längst derGrundsatz anerkannt worden, daß den Juden, die sich durch Talcutoder Hochsinu auszeichnen, alle Staatsämtcr ohne Ausnahme zugänglich sein müssen. Wie tolerant dies auch klingt, so finde ichhier doch noch den säuerlichen Beigeschmack des verjährten Vorurteils.Ja, so lange die Juden nicht anch ohne Talent und ohne Hochsinnzu jenen Ämtern zugelassen werden, so gut wie Tausendc vonChristen, die weder denken noch fühlen, sondern nur rechnen können tso lange ist noch immer daS Vorurteil nicht radikal entwurzelt, undes herrscht noch immer der alte Druck! Die mittelalterliche Intoleranzschwindet aber bis auf die letzte Schaltcnspur, sobald die Juden auchohne sonstiges Verdienst bloß dnrch ihr Geld zur Deputation, demhöchsten Ehrenamte Frankreichs, gelangen können, ebensogut, wie ihrechristlichen Brüder, und in dieser Beziehung ist die Ernennung des IHerrn Achilles Fvuld ein definitiver Sieg des Prinzips der bürgerlichen Gleichheit,

Noch zwei andere Bekenner des mosaischen Glaubens, derenNamen einen ebenso guten Gcldklaug haben, sind diesen Sommer zu iDeputierten gewählt worden. Inwieweit fördern anch diese das ldemokratische Gleichheitsprinzip? Es sind ebenfalls zwei Millionenbesitzende Bankiers, und in meinen historischen llutcrsnchnngen über rden Nationalreichtum der Juden von Abraham bis auf heule werde lich auch Gelegenheit finden, von Herrn Bcuvit Fould und Herrn kvon Eichthal zu reden, Ronni soik gui mal ^ pgnsg! Ich bemerke im voraus, um Mißdeutungen zu entgehen, daß das Ergebnis kmeiner Forschungen über den Nationalreichinm der Juden für diese ksehr rühmlich ist und ihnen zur größten Ehre gereicht, Israel vcr ldankt nämlich seinen Reichtum einzig und allein jenem erhabenenGottesglauben, dem es seit Jahrtausenden ergeben blieb. Die Judenverehrten ein höchstes Wesen, das unsichtbar im Himmel waltet,während die Heiden, unfähig einer Erhebung zum Rcingcistigeu,sich allerlei goldene und silberne Götter machten, die sie aus Erdenanbeteten. Hätten diese blinden Heiden all daS Gold und Silber,das sie zu solchem schnöden Götzendienst vergeudeten, in bares Geldumgewandelt und auf Interessen gelegt, so wären sie ebenfalls soreich geworden wie die Juden, die ihr Gold und Silber vorteilhafterzu placieren wußten, vielleicht in assyrisch babylonischen Staatsanleihen,in Nebukadnezarschen Obligationen, in ägyptischen Kaualaktien, infiinsprvzentigen Sidoniern und andern klassischen Papieren, die derHerr gesegnet hat, wie er auch die modernen zu segnen Pflegt,