Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
524
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eigenthümliches Wesen aus, und solches war Ihm zur an-deren Natur geworden, weil Er ein höheres ausgleichendeschristliches Element in sich aufgenommen hatte. Dieß warso mit Seinem ganzen Sein verschmolzen, daß Beides har-monisch zusammenfloß. Darin hat es seinen psychologischenGrund, daß Er, ohne es selbst zu wissen, eine stille Gewaltüber die Herzen der Menschen ausübte; Er herrschte, weilEr sich selbst beherrschte, und behielt das Ganze im Auge,weil Er sich selbst nicht aus den Augen verlor. Darumlag in Ihm eine Ruhe und Würde, die Ihn gleichsam Hin-floß, und jeder Gebildete, der in Seiner Nähe sich befand,suhlte sie. Diese Ruhe ging mit der Zunahme der Jahrenicht in Altersschwäche über, sondern blieb eine Kraft, dieimmer milder wurde und sich als Seelenzustand gestaltete.Der äußere Mensch verfiel und nahcte sich sichtbar der Auf-lösung; aber der innere erneuerte sich in sanften Gesichtszügen,vorzüglich im Auge, alle Tage, bis an den letzten. Dieserkam für Ihn am hohen Feste der Ausgießung des heiligenGeistes, als die ganze Natur ihre Verjüngung feierte.Er schlief sanft und selig hinüber und aus Seinem edlenAngesichte lag der Friede einer besseren Welt. Das Ge-webe Seines thatenreichen Lebens, der ZusammenhangSeiner merkwürdigen Führung, die vollendete Reinheit Sei-nes frommen Charakters, liegt nun als ein geschlossenes Ganzevor unseren Blicken. Er wird immer größer, je mehr SeineZeitgenossen Einer nach dem Anderen vom irdischen Schau-platze verschwinden und die Nachwelt ihr unparteiisches Ge-richt hält. Wie die Ewigkeit Ihn verklärt hat, wird dieZeit Ihn verklären, und in der Geschichte Deutschlands merk-würdig, ist Er in den Annalcn des Preußischen Staates un-sterblich geworden.