man sagen: ihr Leben sei ein zusammenhängendes, wohl ge-ordnetes vollendetes Ganze. Nur Einen hat es gegeben, derbenn Schlüsse, in Hinsicht auf das innere Bewußtsein unddie äußere That, das schwere Wort: Es ist vollbracht!sprechen konnte und durfte. Was geleistet und zu Standegebracht ist, wird erst im Uebcrblickc des Ganzen klar, unddie Nachwelt, die unpartcyisch allein mit der Sache es zuthun hat, urtheilt darüber richtiger, als die Mitwelt, derenUrtheil gewöhnlich persönlich, oft ungerecht und einseitig ist.Das aber ist eben das Göttliche in dem Leben guter Men-schen, die sich von ihrem Schicksale, das sie nicht in ihrerGewalt haben, nach den Mahnungen des Gewissens willigleiten lassen, daß man hinterher einsieht, daß sie geleitetsind. Luther sagt ebenso wahr, als naiv: „Unser Herr Gottschreibt eine ebräischc Handschrift, die man nur lesen undverstehen kann, wenn man sie von hinten liest." üx post,ex posteriori erfährt und sieht man ein, wie gut die Ver-eitelung vieler Pläne und Wünsche war, wie heilsam undwirkend Prüfungen und Leiden, die unangenehm dem Gefühlewurden, in ihren letzten Wirkungen durchschlugen, und wiees reichen Gewinn brachte, sich gewinnen zu lassen. Wasvon vorn herein (a priori) widersinnig, unnütz und verkehrtschien, und wo in solchem Wahne sich Tausende von derleitenden Hand losreißen und eigene selbstgewählte Wegegehen, offenbart sich weiterhin in der Enthüllung als Erzie-hung und Führung, die das eigene Beste bezweckte; darumdenkt man sich in solche labprinthische Gänge nicht hinein,man lebt sich nur hinein, wenn man geduldig warten kann.Man sieht überall nur Vordersätze (Prämissen), die voraus-gehen müssen, wenn die Schlüsse folgen sollen. Vor derEnthüllung, von Dunkelheit umnachtet, ist uns oft Alles,
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