Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
461
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dm Zartsinn des Christen, der alles das Anderen thnt, wo-von er wünscht, daß sie ihm selbst es thun möchten. Ersah darum weiter, als Andere, und was ihre Sagacität nichtwahrnahm, suhlte, erhaben über persönliche Beleidigungen,Seine Divination (Leusus uumini«) heraus. Alle die,welche persönlich um ihn waren, wissen, daß Sein ganzesLeben, vom srühen Morgen bis zum späten Abend, angefülltwar mit kleineren und größeren Beweisen dieses tactmäßigcnZartsinns. Der General-Adjutant von Witzlebcn theiltvon so vielen ein Beispiel mit, welches der Vergessenheitentrissen zu werden verdient.^)

In der gewöhnlichen Frühlingsperiodc, wo der Königdas Avancement in der Armee, die Entlassung und Pensio-nirung der Ossiciere zu bestimmen pflegte, wurde unter An-dern auch ein Regiments-Commandeur in den Ruhestandmit gesetzlicher Pension gesetzt, und zum Beweise, daß derKönig nichts gegen seine Person habe, wurde ihm der rotheAdler-Orden höheren Ranges verliehen. Der Ossicier, demdicß ganz unerwartet kam und der, rüstig und kräftig, nochlange dienen zu können glaubte und wünschte, war über seineEntlassung sehr unzufrieden, und in seinem Unmuthe schrieber an den König: „daß er sich die Verabschiedung gefallenlassen müsse, selbst wenn er noch dienstfähig sei. Wohl wisseer, daß er Alles über sich müsse ergehen lassen, was derLandesherr über ihn verfüge. Ihm aber dabei auch einenOrden zu schicken, sei eine Verhöhnung; solche könne und

Nach seiner mündlichen Mittheilung.