Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
439
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43!)

Wo im Lande ist ein würdiger Pfarrer, der, in Berührungmit dem Könige gekommen, nicht Beweise Seines Wohl-wollens empfangen hatte?

2T.

Der König ging mit Seinen Kindern regelmäßig jedenSonntag zur Kirche, wenn nicht öfter, doch gewiß einmalim Jahre, früher am Charsreitage, dann am grünxn Donners-tage, zum heiligen Abendmahle z Er hielt fest und immerfester am göttlichen gcoffcnbartcn Worte; dem vulgären Na-tionalismus abhold, war Er treu dem biblischen Lchrbcgriffeder evangelischen Kirche, und voll von Ehrfurcht für dasgroße Werk der Reformation, ehrte Er die symbolischenBücher der Reformatoren, als Bckcnntnißschristcn; in diesemGeiste verfertigt, führte Er die Liturgie und Agende ein;gegen die Separatisten, die Mystiker, die Pietisten und ihreConventikeln, war Er nachsichtig und wollte keine strengenMaßregeln; alle Anstalten, welche Frömmigkeit befördernsollten, namentlich die Bibel- und Missions-Gesellschaften,unterstützte Er; Er führte wieder das Gebet und den Gottes-dienst bei den versammelten Truppen ein, und wohnte selbstdemselben in Andacht bei. — Alles dieß stellte Ihn alseinen gottesfürchtigen Herrn vor der Welt öffentlich hin,und die Starrgläubigcn, die Orthodoxen, wie sie genanntwerden, die modernen Mystiker und Pietisten, waren derHoffnung, daß der König zu ihnen sich hinneigen und mitihrer Partei es heimlich halten würde. In der That sahes auch so aus, und Alles gewann diese Ansicht, so daß man insolcher Vcrmuthung bestärkt wurde. Ein Minister, der ebennicht in dem Rufe der Frömmigkeit stand, trat nein alsChef-Präsident der Bibelgesellschaft auf; der Tractätchen-