Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
435
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Er fand in der Vermählung der Prinzcssinn Tochter Luisemit dem Holländischen Prinzen Friedrich, den Er den „bestenMenschen" nannte, eine göttliche Schickung. Dieß floß dannzusammen, und Er sprach von der ersten, zweiten und drittenLuise mit wehmüthiger Beredsamkeit.

Das Prediger- und Schullehrcr-Wittwcnhaus war einesder ältesten in der Stadt Potsdam und man sah ihm nichtbloß das Alter an, es verfiel auch und wurde baufällig.Als ich davon stammelte: „daß es wohl neu gebaut werdenmöchte," sagte der König: „Ach, Gott bewahre! Wo denkenSic hin! Das Prediger- und Schullehrcr-Wittwcnhaus isteine merkwürdige Antiquität der Stadt; muß, aus der Zeitdes Großen Kurfürsten und eine Stiftung von ihm, conscrvirtwerden. Wird länger stehen, als wir!" Nach Verlauf voneinem Jahre, in welchem der Verfall ärger geworden, wieder-holte ich bestimmter meine Bitte; der Hohe Herr aber cr-wiedcrtc: „Fangen Sie wieder davon an? Sie wissen: aufdie Kosten, besonders in diesem Falle, kommt es mir nichtan. Das Haus, in welchem die Wittwcn alt geworden undwerden, kann inwendig rcparirt werden, aber die äußere Fa-yade muß dieselbe bleiben; ich will ein Gebäude, welches nochaus der Zeit des unvergeßlichen Großen Kurfürsten stammt,erhalten wissen; sorgen Sie nur für das Innere, damit dergute, gottcssürchtigc Geist, den der große Stifter einhauchte,derselbe bleibe." So war und blieb die abweisende Anwortdes Königs; und Er handelte so nicht aus Eigensinn, sondernaus Ucberzeugung.

Zu der Zeit war weltlicher Jnspcctor der Anstalt derGeheime Ober-Negierungs-Rath zu Potsdam, nachheriger

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