Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
431
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welche das treffliche Waisenhaus zu Oranienburg sundirthat. Seines milden Zweckes und ehrwürdigen Ursprunges

Berlin, der Erbauer des Friedrich-Werder und von Neu-Köln.Wahrhaft fromm und von Herzen ein Protestant und seinemErlöser treu, lehnte er löl>9 die ihm angetragene Krone Polens ab,mit dem Zusatz: „daß er selbst eine Kaiserkrone ausschlagen würde,wenn er dieselbe mit Veränderung der Religion erkaufen sollte."Mit dem Geiste des Evangclium's vertraut und von demselbenerleuchtet, war ihm aller Scctcn-Geist zuwider und seine großeSeele war voll von der kirchlichen Union und dem Segen ihrerEintracht. Seine vielen fortgesetzten Bemühungen, sie zuStande zu bringen, scheiterten aber an dem feindseligen bitterenConfessionsgeiste der Reformirten und Lutheraner, und er mußteihren gegenseitigen verfolgenden Haß verbieten. Er lernte dieStreitsucht der Theologen, die sich feindselig systematisch gegen-überstanden, kennen und hatte von ihrer praktischen Frömmig-keit sehr kleine Begriffe; „Man wird," sagte er „mit ihnennicht fertig!" Er wollte einen Glauben, der in der Liebe thätigist, und sein Symbol war: „IXolam ine milii viam tu,am,c>ua .ambul,atui'»8 snm." Wenn er gleich der reformirten Kircheangehörte, so begünstigte er dieselbe doch keineswcges gegen dielutherische, und vortrefflich spricht er, erhaben über jede Partei,sich in seiner Verfügung vom 12. März lö-tl gegen jede Par-teisucht in der Kirche aus, und wünschte sehnlichst die Berei-nigung der Lutheraner und Reformirten; doch erklärte er offenund ehrlich, daß er nie gesonnen gewesen sei, über die Gewisse»seiner Unterthancn zu herrschen. Allen zusammengebrachtentheologischen Disputationen war er abhold, und er untersagtesie ausdrücklich, aus der Kirchcngeschichte wohl wissend, daßalle Consilicn und Synoden das Ucbcl und seinen Riß nur ärgergemacht und die Il .avresss und Kcllwm.atu. vermehrt haben.Viel Streit war über den Exorcismus bei der Taufe, den ernicht wollte, sowie er auch die Alben aus dem Pabstthumein der Amtsklcidung protestantischer Prediger nicht leiden konnte.Die Hauptsache bei einem geistlichen Jnspector und Pfarrerwar und blieb ihm die, „daß sie nach ihrer Ueberzcugung Gottes