Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
427
Einzelbild herunterladen
 

427

».

So wie König Friedrich Wilhelm III. sich selbst umdas große Ganze bekümmerte, von Ihm der erste Anstoßausging, und Alles nach Seinen leitenden Ideen geschah: soentging Ihm auch das Einzelne und Persönliche nicht. Vor-züglich lag Ihm in dieser Beziehung das Militair, und be-sonders die von Ihm geschaffene Landwehr, dann aber auchdie evangelische Kirche, nahe am Herzen. Keiner SeinerVorgänger hat für sie, ihre Anstalten, ihre Schulen, ihreUniversitäten, hat in Städten und im ganzen Lande soviel gc-than, als Er. Es ist nicht leeres, panegyrisches Wort, sondernbuchstäbliche allbekannte Wahrheit, daß unter Seiner Re-gierung das Bildungs-Untcrrichtswescn einen Grad der Ver-vollkommnung im Preußischen erstiegen hat, der nur inwenigen anderen Staaten so gefunden wird, wiewohl nochManches, besonders in der besseren Besoldung vieler Kirchcn-und Schulbeamtcn, zu wünschen übrig bleibt. Aber manvergesse dabei nicht, daß das Preußische Land von derRussischen bis zur Französischen Grenze groß, daß das öffent-liche Kirchen- und Schulwesen eine tief um sich greifendeNational-Angclegcnheit, und daß besonders der Schulmann,gebildet in der Färbung unserer Zeit, in der unglücklichen .Idee der Emancipation von der Kirche, sehr oft sich über-schätzt, und, unzufrieden, über die Grenze, welche sein Berufzieht, mit seinen Prätensioncn will. Der, welcher wirklichdie Kinder und das Volk liebt, findet in der natürlichenNeigung der Eltern eine Stütze der Liebe, welche den Wür-digen nie sinken läßt; woraus aber freilich nicht folgt, daßder Staat die Verbesserung dieses sehr wichtigen Zweigesan dem Baume seiner öffentlichen Wohlfahrt vernachlässigen