Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
372
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Auf dem Hofe des Palais in Berlin fanden sich ge-wöhnlich das ganze Jahr hindurch eine Menge von Leier-kasten, blinden Harfenisten und sonst ambulanten Musikantenein, die dicht unter dem Schlafzimmer des Königs ihr Stückchenspielten und dafür 8 Groschen erhielten. Lange Gewohnheithatte für diese Leute eine Art von Berechtigung daraus ge-macht; aber als der König das Bein gebrochen hatte, wurdevon der Umgebung angeordnet, daß die oft abscheuliche Musikden Kranken nicht störe. So wiesen die Schildwachcn dennJeden zurück, der auf dem Hofe an der gewohnten StelleMusik inachen wollte. Dein Könige siel das auf und Erfragte: warum Er gar keinen Leierkasten mehr höre? Alsman Ihm crwicderte:daß Sorge für Seine Ruhe die Ur-sache sei", meinte Er:Dummes Zeug! die Leute habenauf ihren Verdienst gerechnet; sollen meinetwegen nicht darumkommen; 8 Gr. sind für sie eine Summe, die sie nichtentbehren können." Auf diese Acußerung hin wurden Jedem,der auf dem Hofe Musik machen wollte, sofort 8 Gr. ge-geben; die Musik selbst aber unterblieb. Das siel dem Kö-nige wieder auf, und als Ihm nun gesagt wurde, daß ihnendie 8 Gr. ausgezahlt würden, ohne ihnen die Musik zu er-lauben, erwiederte der König:

Das ist sehr Unrecht. Die Leute kennen nichts weiterals das, und denken, mir in ihrem Sinne eine Freude zumachen. Ist zwar manchmal sehr schlecht; aber man mußJeden sein Stückchen ausspielen lassen, damit sie nicht merken,daß es schlecht ist. Das bloße Bezahlen muß ihnen ja wehthun; also ausspielen lassen! Kann's zwap nicht alle Tagehören; sollen aber jeden Ersten des Monats kommen, undJeder ein Stück spielen."

Man mag sich die Musik denken, die nun am Ersten