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wahr, Schiller's Räuber, Ficsko, sah Er nicht, weil Ihn daswilde Treiben der unsittlichen Motive, namentlich des Letz-teren, abstieß. Wilhelm Tcll und Egmont wurden nichtgegeben, weil die ernste Zeit von I82l) zur Vorsicht mahnte.Dann aber waren Ihm allerdings einzelne dramatische Werkegradezu unangenehm, wie z. B. Don Juan, deren innersteElemente unsittlich sind und den Er selten besuchte, ohne dievortreffliche Musik deßwegen von Seinem Genüsse auszu-schließen. Auch die Teufeleien im Freyschütz sprachen Ihnnicht an. Nie hat Er aber Seine Abneigung oder Vorliebedem Publicum auf irgend eine Weise aufgedrungen, nie einVerbot eintreten lassen, als wenn allgemeine Rücksichten einsolches nöthig machten. Am Liebsten war Ihm die harmloseFreude am Lustspiel, und auch in diesem nur der Scherzwillkommen, wenn er sich ohne Beimischung von Satyrekund gab. Unsittliche Elemente waren Ihm ein Gräucl,wenn die daraus hervorgehenden Situationen auch noch sogeistreich, noch so piguant sich gestalteten. Wo Seine per-sönliche Uebcrzcugung von dem Wcrthe eines Stückes mitdem Antheil des Publicums in Widerspruch gcrieth, verließEr stillschweigend das Theater und kehrte nicht wieder; abervon einem dirccten Verbot in Folge einer persönlichen Miß-billigung ist kein Beispiel bekannt. Schilderungen aus dembürgerlichen Leben zogen Ihn vorzugsweise an. Vorgänge,namentlich harmlos-komische bei den niederen Volksklassen,hatten für Ihn den Reiz einer fernliegenden Neuheit, da Ernur durch das Mittel der Bühne Zeuge derselben sein konnte.Uebcrall, wo Gcmüth, Herzlichkeit, Biederkeit zum Siege führte,freuete Er sich mit der anspruchlosestcn Theilnahme; überallwo dem Laster, der Sittenlvsigkcit und Verkehrtheit glänzendeFarben gegeben waren, wendete Er sich unerfreut ab. —"