ganze Haus ertönte vom losgelassenen Jubel. TausendStimmen tönten in- und durcheinander vom: „Gott sei Lobund Dank! Er lebe; lebe noch lange; hoch und ewig hoch!"Es sprach sich in diesem Tumulte die Harmonie der Volks-liebe aus. Sie wurde lauter und lauter, als der König,sichtbar gerührt, herunter gebückt dankte. Sein Winken mitder Hand half nichts; die allgemeine Freude, Ihn, den All-geliebten, wiederzuhaben, ließ sich nicht bändigen; sie wolltenicht aufhören, — und als sie endlich aushörte und es stillgeworden, sang mit Begeisterung die Catalani: Kock snvetlre kinA, und als dieß geendigt, sang sie und das ganzePublicum mit ihr: „Heil Dir im Siegerkranz, Vater desVaterlands" u. s. f. Das Theater wurde zur Kirche. Einglücklicher, seliger Abend in dem Leben des Königs und Aller,die ihn mitfeierten.
Der Baron cke In Motte I^ongsue hat Vieles geschrie-ben; zu dem Besseren, was er herausgegeben, gehören auchseine vaterländischen Schauspiele. Von diesen ist vorzüglichinteressant das unter dem Titel bekannte: „Die Einnahmevon Rathenow, durch den großen Kurfürsten Friedrich Wil-helm." Die ganze Darstellung der merkwürdigen Begeben-heit aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges, in der Per-son des Brandenburger Helden, im siegreichen Kampfe überdie Schweden, ist historisch treu, und wird so vorgeführt, wiesie sich wirklich zugetragen hat. Dieß erstreckt sich bis aufdie kleinsten Umstände; die Localitäten sind so, wie sie inder nächsten Umgebung der Stadt noch heute sind, wie siemit den Mauern und Thoren damals waren, nach der Na-tur gezeichnet, und die agircnden, mit Namen genanntenPersonen, und was sie gesprochen, nach dem Leben geschildert.