Wahrheit und Harmonie gicbt. Auch traten dabei Unter-brechungen und Zwischenreden ein, die Ihn in Seiner Ruhestörten. Und Freundschaft? Ach! die stillen, wohlthuendenUnterhaltungen, die Tröstungen und Erquickungen, die siegewährt, hat und kennt ein König nicht, auch Friedrich Wil-helm III. kannte sie nicht. Zwar die Männer, die Ihm treudienten und mit Ihm und Seiner Sache es von Herzenredlich meinten, und solches mit der That bewiesen hatten,liebte und ehrte Er und bewies ihnen überall Sein wohl-thuendcs Vertrauen, so daß sie mit voller und ganzer Seelean Ihm hingen; aber echte Freundschaft setzt eine gewisseGleichheit voraus und hebt alle äußeren Verschiedenheitenauf. Dieß ist in einem solchen Verhältniß nicht möglich.Die Kluft, welche zwischen einer Majestät und ihrem Dienerbefestigt liegt, ist zu groß, als daß sie in ihren vielfachenMittelstufen übersprungen werden könnte. Wenn der regie-rende Herr auch noch so gut, bieder und einfach ist, so wirddoch die Ehrfurcht vor einem gekrönten Haupte stets dieje-nige Entfernung herbeiführen, in welcher von wahrer gegen-seitiger Freundschaft nicht die Rede sein kann. Was also an-dere Menschen erfreut und aufheitert, das hatte der König theilsnicht, theils konnte Er es Seiner Individualität nach nichtHabenz viele Quellen, aus denen frischer Muth geschöpft wird,waren Ihm, besonders nach dem Tode der Königinn, ver-schlossen. Dazu kam endlich noch, daß Er nicht gern sprach,
ist um die reine, einfache Wahrheit ein eigen Ding; Jeder erkenntund fühlet sie, wenn sie kunstlos und wahr in ihrer einfachenHerzlichkeit ausgesprochen wird. Sie selbst allein giebt denrechten Ton.