Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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und zum Bewußtsein der Menschen-Würde gekommen, wardie sonst knechtische und unwürdige Abhängigkeit verschwun-den. Bei diesem allgemeinen, das Ganze durchdringendenStreben wurde in allen Classen ein geistiges Uebergcwichtgeltend, und im Gefühl ihrer regen Kraft hob sich die ganzeNation. Der lange Frieden gab allen materiellen und geisti-gen Elementen Zeit, Ruhe und Raum, zur Entwickelung,und die ersten Diener des Königs, welche, wenn sie wollten,bei und unter Ihm alt wurden, konnten stetig und fort-schreitend das Werk ihres Wirkungskreises immer mehr zurReife bringen. Dieses geordneten Zustandcs und seiner fort-schreitenden thätigen Ruhe freuete sich vorzüglich der König;und da Er, kleine und kurze rheumatische Unbequemlichkeitenabgerechnet, kräftig und rüstig war, so überließ man sich gernder schmeichelhaften Hoffnung, Er könne bei Seiner geregel-ten und einfachen Lebensweise sehr alt werden und recht gutSein lwjährigcs Regicrungsjubiläum erreichen. *)

') Sem 2Zjährigcs wurde den 17ten November 1822 im ganzenLande festlich, vorzüglich in Berlin, auch in Potsdam, wo dieBürgerschaft eine gut organisirte Schule in der Tcltower Vor-stadt gegründet und dotirt hat, zum.Andenken dieses merkwür-digen Tages gefeiert. Auf Anordnung der vorgesetzten Behördewurden im großen Concertsaale bei Eröffnung der Mittags-tafel, nachdem die aus allen Ständen zahlreich Versammeltenihren Platz eingenommen hatten, folgende Worte gesprochen:

Aufgefordert, zu sprechen ein kurzes christliches Wort zurWeihe des herrliche» Festes, welches auch uns hier an fröhli-cher Tafel versammelt, bedarf es nicht erst einer Anregung derGefühle, die es verlangt, da es seinen schönen Anklang nichtbloß am gefüllten Becher, sondern innig und tief in jedemHerzen findet. Ja, wie in glücklichen Familien des Vaters undder Mutter silberne Hochzeit-Feier, und des bewährten Frcun-